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Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Peter Steudtner kommt frei

Türkisches Gericht ordnet Entlassung aus der U-Haft ohne Auflagen an.

Der Ausreise stehe nichts mehr im Wege, sagte der Anwalt des deutschen Menschenrechtlers nach der Gerichtsentscheidung am späten Abend in Istanbul. Auch sieben weitere angeklagte Menschenrechtler sollen freikommen. Unter ihnen sind die Direktorin von Amnesty International in der Türkei, Idil Eser, und der schwedische IT-Spezialist Ali Gharavi. Peter Steudtner hatte zum Prozessauftakt alle Vorwürfe zurückgewiesen. Der 46-Jährige war am 5. Juli zusammen mit anderen Menschenrechtlern bei einem Workshop zu Kommunikationssicherheit in einem Hotel auf der Insel Büyükada vor Istanbul festgenommen worden. Den insgesamt elf Angeklagten wurde die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation oder die Unterstützung einer solchen Organisation zur Last gelegt.

Landauer-Nachlass geht nach München

Jüdisches Museum München erwirbt die Schriften

Das Jüdische Museum München hat den schriftlichen Nachlass des früheren Präsidenten des FC Bayern, Kurt Landauer, und seiner Frau Maria erworben. Er umfasst 34 Briefe des Paares, darunter einen langen handschriftlichen Lebensbericht Kurt Landauers, wie das Museum mitteilte. Kurt Landauer (1884-1961), Sohn eines jüdischen Münchner Kaufmanns, wurde 1913 erstmals Bayernpräsident und führte den Club zur ersten deutschen Meisterschaft. 1933 trat er zurück, überlebte die Schoah im Schweizer Exil, und wurde nach seiner Rückkehr nach dem Krieg erneut Vereinspräsident.

Europäischen Theaterpreis an Regisseurinnen

Auszeichnung für Susanne Kennedy und Yael Ronen

Die in Berlin arbeitenden Regisseurinnen Susanne Kennedy und Yael Ronen werden mit dem Europäischen Theaterpreis 2017 ausgezeichnet. Sie hätten sich um ein innovatives Theater verdient gemacht, teilte die Volksbühne Berlin mit, wo Kennedy seit Beginn dieser Spielzeit arbeitet. Ronen gehört zum Regie-Team des Maxim Gorki Theaters. Weitere Träger des "Europe Prize Theatrical Realities" seien der slowenische Regisseur Jernei Lorenci, der italienische Theatermacher Alessandro Sciarroni, der inhaftierte russische Regisseur Kirill Serebrennikov sowie das Theatre NO99 aus Estland. Hauptpreisträger des Europäischen Theaterpreises sind in diesem Jahr die französische Schauspielerin Isabelle Huppert und der britische Schauspieler Jeremy Irons. Die Preise werden vom 12. bis 17. Dezember in Rom vergeben.

US-Musiker Fats Domino gestorben

Rock'n'Roll-Pionier wurde 89 Jahre alt

Der Rock'n'Roll-Pionier Fats Domino ("Blueberry Hill", "Ain't It a Shame") ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte die Gerichtsmedizin von Jefferson Parish im US-Staat Louisiana mit. Der Sänger, Pianist und Songwriter verkaufte Millionen Platten, bevor Elvis Presley je in ein Mikrofon gesungen hatte. In seiner Heimatstadt New Orleans wurde der schüchterne Gigant wie ein Heiliger verehrt
Fats Domino war mit seinen stampfenden Rhythmen aus New Orleans ein Pionier des Rock‘n‘Roll. Er verkaufte bereits Platten im sechsstelligen Bereich, bevor Elvis 1954 seine erste Single veröffentlichte.

Offener Brief an russischen Kulturminister

Opernkonferenz fordert Freilassung Serebrennikows

In einem Offenen Brief an den russischen Kulturminister Wladimir Medinskij hat der Intendant der Frankfurter Oper, Bernd Loebe, die sofortige Freilassung des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikow gefordert. "Er repräsentiert auf ganz spezielle Weise den hohen Standard russischer Gegenwartskultur und setzt Maßstäbe, die in der sogenannten westlichen Welt Vorbildfunktion haben", schrieb Loebe in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutschsprachigen Opernkonferenz, der Intendanten und Repräsentanten der größten Opernhäuser Deutschlands und (assoziiert) Europas angehören. Der Hausarrest von Serebrennikow sei in politischer und juristischer Hinsicht sehr fraglich. Außerdem halte er den herausragenden Künstler davon ab, seinen Verpflichtungen als Kulturschaffender auch an deutschen Kulturinstitutionen nachzukommen. "Die daraus folgenden Ausstände an hochwertigen künstlerischen Produktionen können von Seiten dieser Institutionen weder akzeptiert noch ersetzt werden."
 

Kritik an Sperrung von Zeitungen in Tansania

Fünf Medienhäuser gleichzeitig betroffen

Chefredakteure in Tansania haben die Sperrung einer weiteren regierungskritischen Zeitung scharf kritisiert. "In der Geschichte dieses Landes kam es noch nie vor, dass fünf Medienhäuser zeitgleich von der Regierung gesperrt sind", sagte Neville Meena vom Tansania Forum von Chefredakteuren (TEF). "Wir sehen mit großer Sorge, dass dieser Trend - sollte er fortfahren - ernsthaft die Medien in diesem Land gefährden wird." Die Regierung hatte am Dienstag die Zeitung "Tanzania Daima" für 90 Tage wegen angeblich fehlerhafter Berichte gesperrt. Zuvor waren vier weitere Zeitungen und zwei Radiosender vorübergehend eingestellt worden. Das TEF will nun das weitere Vorgehen der Medienbranche besprechen. Unter Präsident John Magufuli hat sich die Meinungs- und Pressefreiheit in dem ostafrikanischen Land verschlechtert.

Gurlitt-Forscher finden neuen Fall von NS-Raubkunst

Frauenporträt gehörte jüdischem Politiker Georges Mandel

Bei der Erforschung der spektakulären Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt ist erneut ein Fall von NS-Raubkunst nachgewiesen worden. Die Experten konnten ein Frauenporträt des französischen Malers Thomas Couture (1815-1879) als Eigentum des hochrangigen jüdischen Politikers und Nazi-Gegners Georges Mandel identifizieren. Ein winziges repariertes Loch in dem Gemälde habe auf die Spur Mandels geführt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einem wichtigen Ergebnis. Sie hoffe sehr, dass das Bild schnell an die Nachkommen des ursprünglichen Besitzers zurückgegeben werden könne. Es ist der sechste Fall, in dem bei der 2012 beschlagnahmten Gurlitt-Sammlung NS-Unrecht nachgewiesen werden konnte.

Ex-Kunstberater soll früher aus der Haft kommen

Landgericht stimmt Antrag von Helge Achenbach zu

Der frühere Kunstberater Helge Achenbach soll früher aus der Haft kommen. Nach einem noch nicht rechtskräftigen Beschluss des Landgerichts Kleve soll er Anfang Dezember auf Bewährung entlassen werden, wie ein Gerichtssprecher sagte. Gegen den Beschluss könne die Staatsanwaltschaft Essen innerhalb einer Woche Beschwerde einlegen. Achenbach hatte einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zum 8. Dezember gestellt. Nach Angaben seines Anwalts Thomas Elsner hatte er mit einer Entlassung spätestens im Sommer 2018 gerechnet.
Achenbach war im März 2015 vom Landgericht Essen wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Filmproduzent über Sexismus-Debatte verwundert

Nico Hofmann kennt keine Beschwerden von Schauspielerinnen

Der Chef der Filmproduktionsfirma Ufa, Nico Hofmann, hat sich über die aktuelle Sexismus-Debatte verwundert gezeigt. „Mit allen namhaften Schauspielerinnen im deutschen Fernsehen habe ich zu tun gehabt", sagte der Wochenzeitung "Die Zeit" zum Fall Harvey Weinstein. „Bisher hat mir nie eine Schauspielerin erzählt, dass sie sexuell belästigt worden wäre." Wenn so etwas wie in Hollywood bei der Ufa passiere, würde er denjenigen sofort rauswerfen. Er hätte Schauspielerinnen, die am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden seien, dazu ermutigt, den Vorfall öffentlich zu machen. Hofmann ist einer der einflussreichsten Filmproduzenten in Deutschland und hat mehr als 350 Filme produziert.

Bekenntnis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Linke stellt Antrag im Magdeburger Landtag

Nach den viel diskutierten Vorschlägen aus Sachsen-Anhalt zur Umgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat die Linke ein Bekenntnis zu den Sendern gefordert. Der Landtag müsse jegliche Absichten, das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem in Frage zu stellen, ablehnen, heißt es in einem Antrag der Linken. Eine plurale Medienlandschaft sei gerade in Zeiten von "Fake-News" unverzichtbar, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Stefan Gebhardt. Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra (CDU) hatte in der vergangenen Woche mit einem Zeitungsinterview für Aufsehen gesorgt. Darin hatte er gefordert, das Erste müsse seinen Anspruch als nationaler Sender aufgeben und künftig als Schaufenster der Regionen dienen. Die Tagesschau sei dann in ihrer derzeitigen Form überflüssig.

Autor Gomringer kritisiert "Vorgang einer Säuberung"

Reaktion auf Debatte um Gedicht-Inschrift an Berliner Hochschule

Nach Sexismus-Vorwürfen wegen seines Gedichts an einer Wand der Berliner Alice Salomon Hochschule hat sich der Dichter Eugen Gomringer zu Wort gemeldet. Der 92jährige Autor sprach vom "Vorgang einer Säuberung" und "Dummheit" im Umgang mit einem Schlüsseltext der Konkreten Poesie. "Heute kommt es mir vor wie der Vorgang einer Säuberung", sagte Gomringer im Deutschlandfunk Kultur. Er erlebe die Kritik an seinem Gedicht und die Forderung danach, die Inschrift zu entfernen so, als wolle man eine ganze Lyrikreihe  und Kunst "wegsäubern", aber auch ein Stück Freiheit wegnehmen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass hier eine gewisse Dummheit eine Rolle spiele. "Diese Gendersprache und politische Korrektheit, das hat eigentlich mit diesem Gedicht, meine ich, gar nichts zu tun", sagte der Autor, der als Vertreter der Konkreten Poesie großes Ansehen genießt.

Halloween ist bei den Deutschen nur wenig beliebt

Umfrage: Zwei Drittel finden das Fest zu kommerziell

Die meisten Deutschen sehen Halloween laut einer aktuellen Umfrage kritisch. Zwei Drittel der Befragten hielten Halloween für ein zu kommerzielles Fest, fand das Forschungsinstituts YouGov heraus. Knapp die Hälfte der Befragten habe Halloween als einen Import aus den USA kritisiert, der die deutsche Kultur verdränge. 46 Prozent hätten die Sorge geäußert, Halloween werde überwiegend genutzt, um zu randalieren. Es gibt laut YouGov aber auch positive Stimmen: Immerhin 81 Prozent der Befragten sagten, dass Halloween für die Feiernden ein großer Spaß sei. 17 Prozent gaben an, zu überlegen, ob sie sich selbst verkleiden wollen. Zwei Drittel wollten sich "bestimmt nicht" verkleiden. Für die Studie wurden laut YouGov 1017 Personen befragt. Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. Das Fest ist in den USA so beliebt wie etwa der Karneval im Rheinland und wird auch in Europa zunehmend gefeiert.

Eröffnungsfest für Weltmuseum in Wien

Nach dreijährigem Umbau sind die Kultrschätze wieder zu sehen

Ein 400 Jahre alter Federschmuck aus dem heutigen Mexiko, zwei äußerst fein gearbeitete Hofzwerg-Figuren aus Afrika, ein 2000 Jahre alter Gong aus Asien zum Herbeirufen von regenspendenden Drachen - das sind einige der Ausstellungsstücke des nun wiedereröffneten Weltmuseums in Wien. Nach dreijährigem Umbau ist ab heute wieder eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen mit Kulturschätzen von allen Kontinenten zu sehen. Allein die Sammlung von Kunst- und Kulturgegenständen aus dem südlichen Afrika umfasst 38 000 Nummern. In 14 Sälen werden die prächtigsten Stücke gezeigt. Zum Auftakt gibt es ein Eröffnungsfest auf dem Heldenplatz, das der Künstler André Heller gestaltet hat. In einer Zeit, in der das Fremde zum internationalen Streitpunkt geworden sei, brauche es eine Art Museum der Kulturen, sagte er. "Es ist der Ort, an dem das Fremde zu Hause ist. Da hat es einen Platz, wo es nicht vertrieben werden kann."

Spielebranche freut sich über Zuwächse

Weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele in Essen eröffnet

Im dritten Jahr in Folge wächst der Spielemarkt in Deutschland deutlich. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sei der Umsatz bereits um 7,8 Prozent gestiegen, und der Hauptumsatz aus dem Weihnachtsgeschäft stehe noch bevor, sagte Hermann Hutter, Vorsitzender des Branchenverbandes "Spieleverlage" vor dem Start der Internationalen Spieltage in Essen. Als Grund für die Beliebtheit nannte Hutter, dass «Spielen als eine Art Entschleunigung» erlebt werde. "Außerdem ist es für die Menschen ein Art Ausflug in eine andere Welt." Die weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele "Spiel '17" findet ab heute bis Sonntag in Essen statt.

US-Rapper Eminem gewinnt Streit um Urheberrecht

Konservative Partei in Neuseeland muß 350.000 Euro zahlen

Die konservative Nationalpartei in Neuseeland muss eine Geldstrafe von umgerechnet rund 350 000 Euro an den Verleger des US-Rappers Eminem zahlen. Dazu kommen noch Zinsen, wie ein neuseeländisches Gericht entschied. Ein für Wahlkampfwerbung im Fernsehen benutzter Song namens "Eminem Esque" sei dem Titel "Lose Yourself" des US-Rappers zu ähnlich gewesen. Richterin Helen Cull sagte, der Unterschied zwischen den Liedern sei minimal gewesen und habe den Kern von Eminems Hit aus dem Jahr 2002 nachgeahmt. Die Nationalpartei spielte "Eminem Esque" 186 Mal während ihrer erfolgreichen Kampagne vor drei Jahren, bevor die Ausstrahlung schließlich eingestellt wurde.

Norbert Lammert erhält Kulturgroschen

Deutscher Kulturrat zeichnet kulturpolitische Lebensleistung aus

Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert (68) erhält den Kulturgroschen des Deutschen Kulturrates. Damit werde sein jahrzehntelanger Einsatz für die Freiheit der Künste und für bessere Rahmenbedingungen von Bildung, Kultur und Wissenschaft gewürdigt, sagte der Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, in Berlin. Lammert, von 2005 bis 2017 Präsident des Deutschen Bundestags, habe in seiner beruflichen Laufbahn "immer wieder auf die zentrale Rolle der Kultur für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft hingewiesen". Der Kulturgroschen wird seit 1992 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen der Filmemacher Edgar Reitz, der Dirigent Daniel Barenboim sowie die Politiker Johannes Rau, Rita Süssmuth, Bernd Neumann und Wolfgang Thierse.

TV-Gipfel berät über Konkurrenz durch Netflix und Co.

Bezahl-Angebote machen Fernseh-Anbietern zunehmend zu schaffen

Die Fernsehsender in Deutschland verlieren immer mehr junge Zuschauer an Online-Dienste wie Netflix. Wie die Branche darauf reagieren kann, wollen die Fernsehveranstalter am Mittwoch bei den Medientagen in München beraten. Die Geschäftsführerin von RTL Deutschland, Anke Schäferkordt, hatte vorgeschlagen, die Privatsender sollten im Wettbewerb mit den Onlineriesen aus den USA stärker zusammenarbeiten. Auch die Printmedien müssen sich auf neue Konkurrenz einstellen. Beim Erstellen von Nachrichten könnten sie künftig auf Text-Roboter zurückgreifen, um damit mehr Zeit für eigene Recherchen zu gewinnen. Zu den 31. Medientagen München, die noch bis Donnerstag dauern, werden mehr als 400 Referenten erwartet. Das Motto des dreitägigen Kongresses lautet: "Media, Trust, Machines - Vertrauen in der neuen Mediengesellschaft".

Carolin Kebekus holt erneut den Comedy-Preis

37-Jährige gewinnt Auszeichnung zum fünften Mal in Folge

Bereits zum fünften Mal in Folge ist Carolin Kebekus als beste deutsche Komikerin ausgezeichnet worden. Wie schon in den Vorjahren wurde die 37-Jährige am Dienstagabend in Köln mit dem Deutschen Comedypreis geehrt. Dabei wurde für weibliche und männliche Komiker erstmals nur noch ein gemeinsamer Preis verliehen. "Ich freue mich, dass ich jetzt nicht nur für eine Frau lustig bin, sondern auch lustiger als alle Männer", sagte Kebekus. Seit 2011 ist sie mit ihrem Bühnenprogramm "Pussy Terror" auf Tournee. Unter anderem gehört Kebekus auch zum Ensemble der "heute Show" im ZDF. Insgesamt wurden in Köln Preise in zwölf Kategorien verliehen. Als bester Schauspieler wurde Olli Dittrich geehrt.

Einsteins Glücksformel erzielt 1,3 Millionen Euro

Handschriftlicher Sinnspruch wurde in Jerusalem versteigert

In Jerusalem ist ein handschriftlicher Sinnspruch von Albert Einstein für umgerechnet mehr als 1,3 Millionen Euro versteigert worden. Wie das Auktionshaus Winner's mitteilte, hatte der Physiker das Blatt Papier dem Dienstboten eines japanischen Hotels vor fast hundert Jahren zugesteckt, wahrscheinlich als eine Art Dankeschön oder Trinkgeld. Es handelt sich um einen Briefbogen des Hotels, auf dem geschrieben steht: "Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe." Der Käufer der Einstein'schen Glücksformel stammt aus Europa, wollte nach Angaben des Auktionshauses aber anonym bleiben. Der Schätzpreis der Notiz hatte ursprünglich bei 5.000 bis 8.000 Dollar gelegen.

Leipziger Uni-Bibliothek ist "Bibliothek des Jahres"

Preis für innovative Angebote

Die Universitätsbibliothek Leipzig ist als "Bibliothek des Jahres" 2017 ausgezeichnet worden. Das Haus bringe laufend Innovationen auf allen wichtigen Bibliotheksfeldern hervor und nutze digitale Methoden, um die Zugänglichkeit zu verbessern, hieß es zur Begründung. Bibliotheksdirektor Ulrich Johannes Schneider und seine Stellvertreterin Charlotte Bauer nahmen die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung des Deutschen Bibliotheksverbandes in der Bibliotheca Albertina entgegen.

Verhoevens "Hartmanns" bei Europäischem Filmpreis

"Willkommen bei den Hartmanns" neben drei anderen Produktionen nominiert

Die deutsche Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" von Simon Verhoeven hat Chancen auf einen Europäischen Filmpreis. Die Produktion ist in der Sparte Comedy dabei. Ebenfalls im Rennen sind der Cannes-Gewinner "The Square" sowie "King of the Belgians" und "Vincent", wie die Veranstalter mitteilten. Die 3000 Mitglieder der Europäischen Filmakademie küren die Gewinner. Die Verleihung ist am 9. Dezember in Berlin. "Willkommen bei den Hartmanns» war im vergangenen Jahr mit 2,1 Millionen Besuchern einer der erfolgreichsten Filme in Deutschland.

Schauspielverband reagiert auf den Weinstein-Skandal

Betroffenen wird auf Internetseite geholfen

Der Bundesverband Schauspiel wendet sich auf seiner Internetseite an Opfer sexueller Belästigung. Beim Unterpunkt "Unter der Gürtellinie" sind jetzt mehrere Anlaufstellen aufgelistet, an die sich Betroffene im Fall einer Belästigung wenden können. Zudem bestehe die Möglichkeit, anonym den eigenen Fall zu schildern und auch persönliche Gespräche zu führen, sollte dies von Opfern sexueller Belästigung gewünscht werden. Das teilte ein Sprecher mit. Damit reagiert der Verband auf die öffentliche Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche, die in den USA den Anfang nahm.

Hans-Meid-Preis für Illustratorin Line Hoven

"Meisterhafte Zeichenkunst" der Hamburgerin geehrt

Der mit 15.000 Euro dotierte Hans-Meid-Preis 2017 geht an die Hamburger Illustratorin Line Hoven. Damit werde die "meisterhafte Zeichenkunst und das bilderzählerische Können" Hovens gewürdigt, teilte die Lübecker Kulturstiftung mit. Die mit je 1.500 Euro dotierten Förderpreise erhalten Maximilian Baitinger, Tanja Esch, Magdalena Kaszuba und Anna Marin. Zu Preisverleihung am 12. November in der Lübecker Kunsthalle St. Annen wird die Ausstellung "Scratch My Back" mit Werken der Preisträger eröffnet, die bis zum 11. Februar 2018 zu sehen sein wird. Mit ihrem Comic-Debüt "Liebe schaut weg" habe Hoven bereits ein herausragendes Werk geschaffen, erklärte die Jury. Bei Zeitungsillustrationen und Buchprojekten habe sie ihre Illustrationskunst konsequent und unbeirrt weitergeführt. Hoven arbeitet in der Technik des Schabekartons. Dabei kratzt sie ihre detailreichen Bildkompositionen aus der schwarzen Fläche heraus.

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Oktober 2017
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Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

Auf dem Gelände eines Eisenbahnschuppens für Dampflokomotiven im nigerianischen Lagos findet die erste Kunst-Biennale Lagos statt. 37 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre sehr politischen und gesellschaftkritischen Werke.Mehr

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Über Jahre galten private Gegenstände von John Lennon, die einst aus seiner New Yorker Wohnung gestohlen wurden, als verschollen. Jetzt ist das Diebesgut in Berlin sichergestellt worden. Am Dienstag präsentierte die Polizei Brillen, Notenblätter und Tagebücher des ehemaligen Beatles-Sängers. Mehr

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