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Interview / Archiv | Beitrag vom 27.10.2008

Bazon Brock: Finanzmarkt und Politik beschädigen Demokratie schwer

Ästhetik-Professor wirft Peer Steinbrück Täuschung der Öffentlichkeit vor

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Bundesfinanzminister Peer Steinbrück - hat er die Öffentlichkeit getäuscht? (AP)
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück - hat er die Öffentlichkeit getäuscht? (AP)

Der emeritierte Wuppertaler Professor für Ästhetik, Bazon Brock, hat der Politik und dem Finanzmarkt vorgeworfen, sich von der Vernunft verabschiedet zu haben. Damit hätten Banker und Politiker Demokratie und Öffentlichkeit schwer beschädigt, sagte Brock.

Die Finanzmarktkrise werde "unglaubliche Folgen" haben, sagte Brock im Deutschlandradio Kultur. Kein kommunistisches Regime habe jemals so viel "Irrsinn" angerichtet, sagte der emeritierte Professor.

Die Banker sagten selbst, ihre Produkte seien so kompliziert gewesen, dass sie diese gar nicht mehr verstanden hätten, so Brock. Dann gebe es aber keinen Grund, warum die Banker "Chef spielen" und Anspruch auf Bonuszahlungen und hohe Gehälter erheben könnten. Das Beispiel zeige, dass ganz einfache Einsichten aus der Vernunft heraus möglich seien, sagte Brock.

Bisher habe die Politik aber nicht einen einzigen Versuch gemacht, das Problem auf der Ebene der Vernunft anzugehen und zu klären. Der "Verlust an Rationalität" bedeutete aber, "dass wir zugleich alle Moral verlieren", sagte Brock. Denn alle Moral leite sich von der Vernunft ab.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warf er vor, die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben. In den mit dem Rettungspaket für die Banken verabschiedeten Bedingungen sei keineswegs festgehalten, dass Manager von Banken bei Inanspruchnahme von Staatshilfen nicht mehr als 500.000 Euro verdienen dürften. Dort heiße es nur, man wolle darauf hinwirken, dass die Banker bereit seien, nicht mehr anzunehmen. Steinbrück habe also den Eindruck erweckt, er sorge jetzt für die Einhaltung von Regeln, dies dann aber doch nicht getan.

Das vollständige Interview mit Bazon Brock können Sie mindestens bis zum 27. März 2009 in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören. (MP3-Audio)

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