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Freitag, 15.12.2017

Tonart | Beitrag vom 19.06.2017

Bauer Studios in LudwigsburgLetzter Schliff fürs Köln Concert

Eva Bauer-Oppelland im Gespräch mit Mascha Drost

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Eva Bauer-Oppelland am Mischpult: Sieben Jahrzehnte Musikgeschichte (imago / Pressefoto Krautmann & Krautmann)
Eva Bauer-Oppelland am Mischpult: Sieben Jahrzehnte Musikgeschichte (imago / Pressefoto Krautmann & Krautmann)

Die privaten Bauer Studios in Ludwigsburg sind legendär - selbst in den USA, wo sie längere Zeit unter Jazzern nur "The Tonstudio" hießen. Eva Bauer-Oppelland, Tochter des Studio-Gründers, blickt auf fast 70 Jahre Musikgeschichte zurück.

Das genaue Hören ist seit Jahrzehnten ihr Beruf. Eva Bauer-Oppelland hat bis vor kurzem zusammen mit ihrem Mann die legendären Bauer Studios in Ludwigsburg geleitet, eine Institution in Sachen Aufnahmetechnik – so unterschiedliche Musiker wie Peter Alexander, Fritz Wunderlich, Lionel Hampton, Konstantin Wecker, Miles Davis und Stevie Wonder haben dort ihre Songs aufgenommen.

Auch das berühmte Köln Concert von Keith Jarrett erhielt seine Form erst in Ludwigsburg, genau wie viele andere großen Livemitschnitte. Eva Bauer ist die Tochter des Studio-Gründers Rolf Bauer. 1948/1949 wurde das Studio eröffnet, es gilt als das älteste private Tonstudio in Deutschland. Ihr Vater sei Autodidakt gewesen, berichtet Eva Bauer-Oppelland. Danach wurden nur noch ausgebildete Tonmeister eingestellt.

Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur betont Bauer-Oppelland vor allem die Bedeutung der tonmeisterlichen Arbeit: Der Tonmeister sei Partner der Musiker, die selbst immer öfter ihre Musik auch produzierten. Psychologisches Geschick sei "mindestens 50 Prozent der Miete", sagte sie. Die Bauer Studios hatten im Übrigen als eines der ersten Studios überhaupt in Deutschland Digitaltechnik, wie Bauer-Oppelland erzählt. Sie haben aber bis heute auch noch analoges Equipment - so dass sich die Musiker jeweils entscheiden können, welcher Welt sie sich zugehörig fühlen. (ahe)

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