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Fazit / Archiv | Beitrag vom 05.05.2010

"Ayla"

Hannelore Heider über ein Sozialdrama

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"Ayla" erzählt eine Liebesgeschichte in Migrantenkreisen, die alles hat, was es an Konflikten in einer Welt geben kann, in der gegensätzliche Kulturen hart aufeinander treffen.

Der türkisch-stämmige Regisseur kam wie seine beiden iranisch-stämmigen Hauptdarsteller als Kind nach Deutschland und ist nach seiner Ausbildung in München mit Kurz-, Dokumentar-und Werbefilmen aufgefallen. Er erzählt eine Liebesgeschichte in Migrantenkreisen, die alles hat, was es an Konflikten in einer Welt geben kann, in der gegensätzliche Kulturen hart aufeinander treffen. Ayla hat sich unter Schmerzen von ihrem traditionellen Familie losgesagt. Sie jobbt als Kindergärtnerin und ist am Abend mit blonder Perücke und blauen Kontaktlinsenaugen Garderobiere in einer Nachtbar.

Als sie sich in den liberalen Fotografen Ayhan verliebt, ahnt sie nicht, dass daraus ein noch viel größerer Konflikt erwächst. Denn Ayhan ist als ältester Sohn zur Wiederherstellung der Familienehre gefordert, die von seiner scheidungswilligen Schwester (Sesede Terziyan) beschmutzt wurde. Schlicht ein Mord soll passieren und als ausgerechnet diese Frau mit ihrer Tochter bei Ayla Schutz und Unterschlupf findet, ist das Drama perfekt. In Ayhans Familie wird im Gegensatz zu Aylas nicht diskutiert, sondern gehandelt.

Weshalb sich ausgerechnet der Feingeist Ayhan, der Aylas Ausbrechen aus allen Traditionen so selbstverständlich toleriert, aufgefordert fühlt, die blutige Arbeit zu machen und nicht sein zu allem entschlossener Bruder, bleibt so unverständlich wie vieles andere in diesem Film. Während durch Nebenfiguren wie Aylas Schwester (Türkiz Talay) wenigstes etwas Differenzierung in diesen schematisch abgespulten und mit allen Klischees ausgemalten Konflikt kommt, müssen sich die beiden Liebenden der vorhersehbaren Entscheidung stellen.

Zum Verständnis der inneren Konflikte oder zur Erkenntnis eines Lösungsansatzes trägt der Film wenig bei, auf der anderen Seite kann man sich auch kaum vorstellen, dass er Zuschauern mit Migrantenhintergrund wirklich Neues bringt. Der schematische Musikeinsatz, banale Dialoge und Bilder im Fernsehformat verstärken den Eindruck, dass hier mit sehr guten Darstellern einfach ein im Moment gängiges Thema ohne wirklichen Einsatz verhandelt wird.

Deutschland 2009; Regie: Su Turhan; Darsteller: Pegah Ferydoni, Mehdi Moinzadeh, Saskia Vester, Timur Isik, Türkiz Talay, Sesede Terziyan, Mehtap Yurtseven, Baris Sezer, Yavuz Asanatucu, Ercan Karacayli; Länge: 85 Minuten

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