Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Kulturnachrichten

Montag, 17. Juli 2017

Austropop-Sänger Wilfried gestorben

Er wurde 67 Jahre alt

Einer der bekanntesten Vertreter des Austropops ist tot: Sänger und Schauspieler Wilfried starb Sonntagabend mit 67 Jahren an einer Krebserkrankung. Der Künstler wurde mit Liedern wie "Mary Oh Mary", "Ziwui, Ziwui" oder "Lauf Hase, lauf" bekannt. Erst vor wenigen Wochen erschien sein neuestes Album. Der Sänger wurde am 24. Juni 1950 als Wilfried Scheutz in Bad Goisern geboren. Mit einer Mischung aus Volksmusik, Blues, Rock und Pop stand er bis zuletzt auf der Bühne. Seine größten Erfolge feierte er in den 1970er- und 1980er-Jahren. Neben Wolfgang Ambros oder Georg Danzer war Scheutz einer der erfolgreichsten Vertreter des Austropops. Bis zuletzt galt er als unangepasster Querdenker der Szene.

Chancenoffensive für "Frauen in Kultur und Medien"

Monika Grütters stellt Maßnahmenkatalog für mehr Geschlechtergerechtigkeit vor

Es sei Zeit für "eine breit angelegte Chancenoffensive für Frauen in Kultur und Medien", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Abschlussveranstaltung eines Runden Tisches im Bundeskanzleramt. Kultur- und Kreativfrauen brauchen demnach bessere Aufstiegschancen, mehr Mitsprache in Gremien und Jurys, faire Bezahlung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem werde ein Mentoring-Programm für Künstlerinnen und Kreative auflegen, bei dem Kultur- und Kreativfrauen vom Erfahrungsschatz etablierter Berufskolleginnen und -kollegen profitieren könnten, kündigte Grütters an. Zudem solle es prüfen, wie Frauen nach der Familienphase schneller wieder in ihren Beruf zurückkehren könnten.

Analyse: Medien zu nachlässig im Umgang mit der AfD

AfD instrumentalisiere und manipuliere klassische Medien, sagt Studienautor

Der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler rät im medialen Umgang mit der AfD zu klassischen journalistischen Tugenden wie gründlicher Recherche und Analyse der Partei und ihres Programms. In einer Studie der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung hat Gäbler das Verhältnis von AfD und Medien untersucht. Dabei seien strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen der "Logik des Rechtspopulismus" und den Aufmerksamkeitsstrategien der Massenmedien zutage getreten, so der Bielefelder Journalistikprofessor und frühere Leiter des Grimme-Instituts. Journalisten würden viel zu oft über das "Stöckchen" springen, das die AfD hinhalte, erklärte Gäbler. Die "Stöckchen-Falle", der die Redaktionen erlägen, sei Teil einer internen Strategie der Partei. Zudem tappten viele Journalisten in eine "Oppositionsfalle" gegenüber der AfD, erklärte Gäbler. Die AfD wolle die "Grenze des Sagbaren" verschieben und finde dabei in den Medien leicht ein Echo.

Goldene Löwen in Venedig für Fonda und Redford

Jane Fonda und Robert Redford erhalten Auszeichnung für Lebenswerk

Der Preis, der zu den wichtigsten Auszeichnungen des Festivals in Venedig gehört wird am 1. September übergeben. Schauspieler und Regisseur Robert Redford sei über Jahrzehnte hinweg mit einer Mischung aus Strenge, Klugheit und Anmut unübertrefflich geblieben, sagte Festival-Direktor Alberto Barbera. Schauspielerin Jane Fonda sei zugleich politische und soziale Aktivistin, Frauenrechts-Ikone und Sex-Symbol gewesen, aber vor allem eine "Schauspielerin mit extraordinärem Erfolg". Fonda und Redford feierten im Kino gemeinsame Erfolge, etwa mit "Barfuß im Park". In diesem Jahr sind sie im Netflix-Film "Our Souls at Night" zu sehen, der auf der Biennale vorgestellt wird.

Maxim Biller wird Heidelberger Poetikdozent

Im kommenden Jahr lehrt der Autor und Kritiker am Germanistischen Seminar

Der Schriftsteller Maxim Biller übernimmt im kommenden Jahr die Heidelberger Poetikdozentur. Dies teilten die Organisatoren an der Universität Heidelberg mit. Mit Biller habe man einen Autor gewonnen, der seine Doppelfunktion als Dichter und Kritiker "scharfzüngig und hellsichtig" einnehme, erklärte Privatdozentin Friederike Reents vom Germanistischen Seminar. Er mische damit nicht nur immer wieder den Literaturbetrieb auf, sondern bewege sich auch mit seinen Werken und Debattenbeiträgen in der Traditionslinie von Heinrich Heine und Kurt Tucholsky. Biller war als Kolumnist für verschiedene Blätter tätig, zuletzt für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". 1990 erschien mit "Wenn ich einmal reich und tot bin" sein erster Erzählband. Sein zuletzt veröffentlichter Roman aus dem Jahr 2016 trägt den Titel "Biografie". Die Heidelberger Poetikdozentur ist ein Projekt der Universität in Kooperation mit der Stadt und Teil der "Unesco City of Literature"-Aktivitäten. Zuletzt waren Lutz Seiler (2015), Felicitas Hoppe (2016) sowie in diesem Sommersemester Frank Witzel zu Gast.

Historiker Martin Strauch geht ans Bauhaus Dessau

Strauch war seit 2003 Geschäftsführer bei den Deutschen Katholikentagen

Der promovierte Historiker Martin Strauch wird zum 1. Januar 2018 neuer Verwaltungsleiter der Stiftung Bauhaus Dessau. Die Direktion der Stiftung Bauhaus Dessau, Claudia Perren, setzt nach eigenen Angaben auf Strauchs Erfahrungen im Management großer Projekte. Der bisherige Dessauer Verwaltungsleiter Florian Bolenius wechselt den Angaben zufolge an die Deutsche Kinemathek (Berlin). Das Bauhaus wird in zwei Jahren 100 Jahre alt. Die Architektur- und Designschmiede wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und gehört zum Unesco-Welterbe.

Fassade der Berliner Staatsoper wieder in Rosarot

Opernhaus wird nach siebenjähriger Renovierung im Oktober wiedereröffnet

Berlins Prachtstraße ist um einen Hingucker reicher: das Baugerüst an der Staatsoper Unter den Linden wurde entfernt und gibt die frisch renovierte Fassade frei. Die in Rosarot gehaltene Front mit der lateinischen goldenen Giebelinschrift ergänzt damit die Reihe der bestehenden und künftigen Prachtbauten am Lindenboulevard. Bereits vor der Renovierung bestimmte der rosarote Anstrich die Außengestalt der Staatsoper. In den kommenden Wochen ziehen nun Musiker, Verwaltung und Technik in ihr Stammhaus ein. Die Rückkehr hatte sich wegen Pannen, Unstimmigkeiten und Überraschungen bei der Renovierung vier Jahre verzögert.

Kingdomino ist "Spiel des Jahres"

"Spiel des Jahres 2017" adaptiert und variiert Idee des klassischen Domino

Das Spiel Kingdomino stammt vom französischen Autor Bruno Cathala. Es richtet sich an zwei bis vier Mitspieler ab acht Jahren und dauert etwa eine Viertelstunde. Ziel ist es, ein möglichst machtvolles Königreich erschaffen. Der Vorsitzende der Jury, Tom Felber, sprach bei der Preisverleihung von einem "augenfälligen Trend zu kooperativen Spielen". Die Jury hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den Preisen das Spiel als Kulturgut zu stärken. "Kennerspiel des Jahres" ist "Exit - Das Spiel". Ein einzelner oder eine Gruppe mit bis zu sechs Spielern müssen gemeinsam eine Reihe von Rätseln lösen, um aus einem verschlossenen Raum fliehen zu können - je schneller, desto besser. "Exit" ist nur einmal spielbar. Die Jury nannte das Spiel "fesselnd, herausfordernd und verblüffend".

Pu der Bär gerät in China in die Mühle der Zensur

Präsident Xi wiederholt mit dem Bären "von sehr geringem Verstand" abgebildet

Pu der Bär ist in China in Ungnade gefallen. Die Kinderbuchfigur wurde in den vergangenen Tagen weitgehend aus sozialen Internet-Netzwerken der Volksrepublik verbannt. Präsident Xi Jinping war zuvor im Internet wiederholt in Montagen abgebildet worden, in denen er die Position des Bären "von sehr geringem Verstand" einnahm. Eine offizielle Begründung für die Zensur gegen Pu gab die chinesische Führung nicht bekannt. Im sozialen Netzwerk WeChat wurden Pu-Sticker aus der offiziellen Sticker-Galerie gelöscht. Angesichts der jüngsten Zensurmaßnahmen testen viele Mediennutzer die noch verbliebenen Spielräume aus. Bilddateien mit dem Format Graphic Interchange Format (GIF) und Pu wurden bislang noch nicht von der Mühle der Zensur erfasst.

"Planet der Affen" schlägt "Spider-Man"

Neuer Spitzenreiter in nordamerikanischen Kinocharts

Gegen die kampfwütigen Affen aus "Planet der Affen: Survival" kommt "Spider-Man" nicht mehr an: Das letzte Kapitel der Affen-Trilogie stürmte am Wochenende auf Platz eins der nordamerikanischen Kinocharts. Dort spielte der Film von Regisseur Matt Reeves auf Anhieb mehr als 56 Millionen Dollar (knapp 49 Millionen Euro) ein. Kinogänger in Deutschland können das neue Action-Spektakel mit Andy Serkis, Judy Greer und Woody Harrelson vom 3. August an sehen. "Spider-Man: Homecoming", der Spitzenreiter vom Vorwochenende, rutschte mit Einnahmen von rund 45 Millionen Dollar in den USA und Kanada auf den zweiten Rang ab. Der Zeichentrickfilm "Ich - Einfach unverbesserlich 3" kam an seinem dritten Wochenende noch auf knapp 19 Millionen Dollar, das reichte für Platz drei der Charts.

US-Schauspieler Martin Landau gestorben

Oscar-Preisträger wurde 89 Jahre alt

Über sechs Jahrzehnte hat der Charakterdarsteller Filme und TV-Serien geprägt. Nun ist Martin Landau mit 89 Jahren in Los Angeles gestorben. 1959 spielte er unter der Regie von Alfred Hitchcock in "Der unsichtbare Dritte" mit. In den 1960er Jahren wurde er durch die Agenten-Serie "Kobra, übernehmen Sie" bekannt. Woody Allen holte Landau für "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" in der Rolle eines untreuen Arztes vor die Kamera. Erst 1995, nach mehr als 70 Hollywood-Filmen, erhielt er für seine Rolle als Bela Lugosi in Tim Burtons "Ed Wood" seinen ersten und einzigen Oscar als bester Nebendarsteller.

Horrorfilm-Regisseur George A. Romero ist tot

Er galt als Begründer des Zombiefilm-Genres

Im Alter von 77 Jahren ist George A. Romero gestorben. Er drehte 1968 "Die Nacht der lebenden Toten". Der Schwarzweiß-Film hatte ein Budget von nur rund 100.000 Dollar, spielte weltweit dann aber mehr als 30 Millionen Dollar ein. Der Streifen gilt inzwischen als Kultfilm- es folgten fünf Fortsetzungen. Zu den ebenfalls bekannten Werken Romeros zählen "Knightriders" von 1981 und "Creepshow" von 1982, bei dem Horror-Autor Stephen King das Drehbuch schrieb. Dieser erklärte auf Twitter, er sei traurig über den Tod des Freundes. "George, es wird niemals wieder einen wie dich geben", so King.

Museum in San Francisco schickt Kunst per SMS

Unerwartet hohe Nachfrage für Fotoaktion

Überraschend großen Zuspruch erhält ein Kunstprojekt des San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA). Fotos von Kunstobjekten der Museumssammlung, die rund 34000 Werke umfasst, werden an Smartphones verschickt, wenn Interessenten eine SMS an das Museum mit einem Schlagwort oder einem Emoji versehen. Nach vier Tagen waren 12000 Anfragen beantwortet worden, in der vergangenen Woche habe man bereits mehr als zwei Millionen SMS-Kunst-Botschaften verschickt, sagte ein SFMOMA-Mitarbeiter der "New York Times". Die SMS-Antwort auf ein Herz-Emoji ist beispielsweise ein herzförmiges Werk des Pop-Art-Künstlers Jim Dine. Eine Anfrage mit dem Schlagwort "Schick mir deutsche Kunst" wird mit einem Poster des Grafikdesigners Otl Aicher von der Münchner Olympiade erwidert. Nur etwa fünf Prozent der Kunstsammlung habe in den Ausstellungsräumen Platz, teilt das Museum auf seiner Webseite mit. Mit der digitalen SMS-Verbreitung wolle man das große Archiv einer breiten Öffentlichkeit auf eine "lustige, neue und sehr persönliche Art" zugänglich machen.

Deutscher Kulturrat will Geschlechtergerechtigkeit

Bund soll mit gutem Beispiel vorangehen

Der Deutsche Kulturrat hat die Parteien vor der Bundestagswahl zu mehr Engagement für die Gleichstellung von Mann und Frau aufgefordert. In Kultur und Medien könne längst noch nicht von Geschlechtergerechtigkeit gesprochen werden, heißt es in einer Mitteilung des Spitzenverbandes der Bundeskulturverbände. Verlangt wird unter anderem eine gerechtere Besetzung von Jurys bei Preisen, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Förderung von Unternehmen bei der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen. Olaf Zimmermann, Kulturrat-Geschäftsführer, sagte: „Die von uns 2016 veröffentlichte Studie „Frauen in Kultur und Medien“hat eine intensive Debatte ausgelöst. Der Deutsche Kulturrat wird als Reaktion auf die Studie in der Zukunft seine Gremien geschlechtergerecht besetzen. Wir erwarten von der Politik ähnlich eindeutige Maßnahmen. Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich kann erreicht werden, wenn Staat, Verbände und Wirtschaft an einem Strang ziehen." Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte einen Runden Tisch zu dem Thema eingerichtet, deren Ergebnisse sie am Montag vorstellen will. Für die Präsentation hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt.

Kulturnachrichten hören

Juli 2017
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

Netflix-Serie "Berlin-Station"Der Kulturattaché ist ein Spion
US-Botschaft in Berlin mit amerikanischer Fahne. (JOHN MACDOUGALL / AFP)

Berlin als Zentrum der Spionage: Das gab es schon in der US-Serie "Homeland". Doch wo diese auf Abziehbilder setzt, ist die Netflix-Serie "Berlin-Station" um realistischere Bilder bemüht. Ein Zeichen dafür, dass die Macher den europäischen Geschmack treffen wollten.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur