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Kulturpresseschau | Beitrag vom 12.10.2017

Aus den Feuilletons"Babylon Berlin" spaltet die Gemüter

Von Gregor Sander

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Babylon Berlin Visual. (Frédéric Batier / X Filme)
Babylon Berlin Visual. (Frédéric Batier / X Filme)

Eine Sehnsucht nach Welterklärung breitet sich besonders zur Frankfurter Buchmesse in den Feuilletons aus. Für Erleuchtung könnte auch Tykwers neue 20er-Jahre-Serie "Babylon Berlin" sorgen. Wie gelungen diese ist, darüber herrscht indes Uneinigkeit.

Der Wunsch, sich von Schriftstellern die Welt erklären zu lassen, ist vermutlich so alt wie die Literatur. Und während der Frankfurter Buchmesse machen die Feuilletons reichlich davon Gebrauch.

Uneins ist man sich indes über die neue Serie "Babylon Berlin".  Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries durften 40 Millionen Euro ausgeben, um die Goldenen Zwanziger in Berlin wieder auferstehen zu lassen.

Abweisend oder souverän lebendig?

"Wir haben uns wirklich irre emanzipiert von dem Buch. Die Romane von Volker Kutscher und 'Babylon Berlin' überschneiden sich, sind aber zwei parallel existierende Universen", verkündet Achim von Borries in der Tageszeitung DIE WELT. Das sei aber nur so halb gelungen, findet David Denk von der SZ:

"Denn so bildgewaltig die Serie ist, so schwer fällt es ihr, die Zuschauer wirklich zu berühren. 'Willkommen in der Stadt der Sünde', steht auf den Plakaten, doch die Serie hat bei all ihrem Stilwillen etwas Abweisendes. Die Zeit, von der sie erzählt, mag sinnenfreudig gewesen sein, die Serie ist es nicht."
 
Claudia Schwarz von der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG ist hingegen begeistert:

"Tykwer und sein Team giessen das Klassische, das Expressionistische und (in einem ohrwurmverdächtigen Soundtrack) das Zeitgemäße in eine souveräne lebendige Form."

Wer nun aber weder lesen will, noch vor der Glotze hocken, den schickt die SZ ins Kino, um sich dort "Schumanns Bargespräche" anzusehen. Einen Film über Charles Schumann, Münchens legendärsten Barmann. Denn da gebe es immerhin:

"Gute Drinks und leuchtende Sätze."

Das gesamte Manuskript der Kulturpresseschau vom 12. Oktober 2017 als PDF-Datei.

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