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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. November 2017

"ARD Audiothek" startet als App

Beiträge von ARD und Deutschlandradio auf dem Smartphone

In der neuen App "ARD Audiothek" stellen Deutschlandradio und ARD ab sofort ihre Wortbeiträge zur Verfügung. "Die ARD Audiothek - von Hörspielen über Dokus bis hin zu Comedys - bündelt hochwertige Wortinhalte aus allen Radios der ARD und des Deutschlandradios und macht sie ganz einfach und jederzeit auf Abruf auf dem Smartphone zugänglich", teilte die ARD in Leipzig mit. Nutzer können sich damit mobil ihr eigenes Wortprogramm aus den Beiträgen der mehr als 60 Wellen zusammenstellen.

Rebecca Horn erhält Wilhelm-Lehmbruck-Preis

Der Preis gilt als renommierteste Auszeichnung für Bildhauerei

Rebecca Horn, deutsche Bildhauerin, Aktionskünstlerin und Filmemacherin, erhält den Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg. Damit werde ihr Lebenswerk geehrt, teilte das Lehmbruck Museum in Duisburg mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis gilt als einer der international renommiertesten Auszeichnungen für Bildhauerinnen und Bildhauer. Er wird am 24. November verliehen.
Die Jury würdigte Horn als "eine der eigenwilligsten, innovativsten und experimentierfreudigsten Künstlerinnen Deutschlands, deren Werk internationale Anerkennung genießt". Sie entwickle in ihren Arbeiten von den 1960er Jahren bis heute "ein ebenso komplexes wie unverwechselbares Werk, in dem es um die existenziellen Bedingungen des Menschenseins geht". 1993 hatte Horn als erste Frau eine Einzelausstellung im New Yorker Guggenheim-Museum.

Gefälschtes Malewitsch-Gemälde entdeckt

Das Bild war eine Schenkung

Ein angeblich millionenschweres Gemälde des russischen Konstruktivisten Kasimir Malewitsch in der Kunstsammlung NRW ist eine Fälschung. Das 2014 als Schenkung in das Museum gelangte Ölbild "Schwarzes Rechteck, rotes Quadrat" sei von Experten als nicht echt beurteilt worden, bestätigte die Kunstsammlung in Düsseldorf. Das hätten naturwissenschaftliche Materialuntersuchungen von zwei Expertenteams ergeben. Die nordrhein-westfälische Landesgalerie hatte das unsignierte Gemälde und mehr als 40 Zeichnungen des Revolutionskünstlers Malewitsch von der Dr.-Harald-Hack-Stiftung geschenkt bekommen. Zuvor hatte das Ölbild viele Jahre als Leihgabe im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen gehangen. Wegen einer Testaments-Verfügung musste es an Düsseldorf abgegeben werden.

Kindergrab aus der Jungsteinzeit entdeckt

Das Grab ist rund 7000 Jahre alt

Archäologen haben in Hessen ein rund 7000 Jahre altes Grab eines Kindes entdeckt. Das Kind sei in einer Körperhaltung bestattet worden, als würde es schlafen, berichtete das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden. Die Fundstelle liegt auf dem Gebiet einer jungsteinzeitlichen Siedlung im heutigen Ebsdorfergrund (Kreis Marburg-Biedenkopf). Diese wird der sogenannten Bandkeramischen Kultur (etwa 5500 bis 4900 vor Christus) zugeordnet. Dort seien bereits 23 Grundrisse von Langhäusern sowie Keramikscherben, Tierknochen, Mahlsteine oder Steinwerkzeuge gefunden worden. Die Grabungen dienen dazu, archäologische Funde zu sichern, ehe dort eine Straße gebaut wird.

Weimarer Kunstfest bis 2024 gesichert

Das Kunstfest ist eine ältesten deutsch-deutschen Kulturinitiativen

Das Kunstfest Weimar steht finanziell bis 2024 auf sicheren Füßen. Der abgesegnete Kulturstadtvertrag zwischen Weimar und dem Freistaat Thüringen schreibe bis dahin die jährlichen Zuschüsse von insgesamt 900 000 Euro fort, teilte das Kunstfest mit. Das Land trägt wie bisher einen Anteil von 650 000 Euro pro Jahr, die Stadt Weimar gibt 250 000 Euro. "Der Kampf um das Kunstfest hat sich gelohnt", sagte Festivalchef Christian Holtzhauer. Es war 1990 vom Bund als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen ins Leben gerufen worden. Seit 2014 ist es ein künstlerisch eigenständiges Festival unter dem Dach des Deutschen Nationaltheaters.

Gericht: Islamverbände keine Religionsgemeinschaften

Kein Anspruch auf islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen

Der Zentralrat der Muslime und der Islamrat erfüllen einem Gerichtsurteil zufolge nicht die Voraussetzung, um als Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes anerkannt zu werden. Damit hätten sie auch keinen Anspruch gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster. In NRW gibt es seit 2012 das Fach islamischer Religionsunterricht. An dessen Gestaltung wirken die Kläger über einen Beirat mit. Das derzeitige Modell ist eine Übergangslösung, die 2019 ausläuft. Ein Sprecher des Landes stellte bereits im Prozess klar, dass das Land auch nach 2019 einen islamischen Religionsunterricht in NRW wolle.

Pariser Cinemathek verschiebt Brisseau-Schau

Der französische Regisseur wurde wegen sexueller Belästigung verurteilt

Die Pariser Cinemathek hat "im Bemühen um eine Beruhigung" die geplante Werkschau des französischen Regisseurs Jean-Claude Brisseau verschoben. Ein neuer Termin wurde nicht mitgeteilt. Der jetzt 73-jährige war vor zwölf Jahren wegen sexueller Belästigung von zwei Schauspielerinnen verurteilt worden. Schon gegen die Retrospektive des 84 Jahre alten Starregisseurs Roman Polanski in dem Kinomuseum hatten im vergangenen Monat Frauenrechtlerinnen protestiert. Die Cinemathek hatte damals ungeachtet der Proteste und einer Petition mit mehr als 27 000 Unterschriften mit Hinweis auf ihre Unabhängigkeit an der Veranstaltung festgehalten.

Kevin Spacey aus Film herausgeschnitten

Kevin Spacey wird in "Alles Geld der Welt" durch Christopher Plummer ersetzt.

Gut einen Monat vor dem US-Kinostart des neuen Films "Alles Geld der Welt" wird der Schauspieler aus allen mit ihm gedrehten Szenen entfernt, die Macher der Erfolgsserie "House of Cards" haben Spacey ebenfalls entlassen. Gegen ihn mehren sich Vorwürfe der sexuellen Belästigung. "Alles Geld der Welt" von Regisseur Ridley Scott sollte am 22. Dezember in die US-Kinos kommen, in Deutschland ist der Start erst im kommenden Jahr geplant. In dem von Sony Pictures Entertainment vertriebenen Film geht es um die Entführung des 16-Jährigen John Paul Getty III und den Versuch seiner Mutter, dessen Großvater und Milliardär zur Bezahlung des Lösegelds zu überreden. Der 87-jährige Plummer soll nach den Angaben Scotts erste Wahl für die Darstellung Gettys gewesen sein. Der Regisseur habe aber unter Druck gestanden, eine bekanntere Schauspielpersönlichkeit auszuwählen. Plummer ist für seine Darstellung in "Meine Lieder - meine Träume" bekannt.

Venezuela verschärft Mediengesetz

Human Rights Watch kritisiert die Maßnahme

Danach drohen künftig jedem bis zu 20 Jahre Gefängnis, der schuldig befunden wird, zu Gewalt und Hass angestachelt zu haben. Die Verfassungsgebende Versammlung verabschiedete ein entsprechendes Mediengesetz. Demnach dürfen über Fernsehen, Radio und soziale Medien keine Botschaften mehr verbreitet werden, die zu Gewalt und Hass führen können. Die Regierung von Präsident Maduro beschuldigt die Opposition oft, Hass zu fördern. Politische Parteien, die angeblich "Faschismus, Intoleranz oder nationalen Hass" heraufbeschwören, dürfen sich künftig nicht mehr bei der Wahlkommission registrieren. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte das Gesetz als Ende der freien Meinungsäußerung in den sozialen Medien.

Yad Vashem will Koczÿs Werke behalten

Künstlerin sei trotz strittigem Status relevant

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hält die Kunstwerke Rosemarie Koczÿs weiter für relevant und will sie in ihrer Sammlung behalten. Unbenommen von Koczÿs strittigem Status als Überlebende, sei ihre Kunst eine Antwort auf den Holocaust, teilte ein Sprecher mit. Yad Vashem werde der Frage nach der Identität von Koczÿ nachgehen und daraus Schritte ableiten, um alle Erkenntnisse korrekt widerzuspiegeln. Die Kunsthalle Recklinghausen hatte bei der Recherche für eine Ausstellung festgestellt, dass die Künstlerin weder jüdischer Abstammung, noch als Kind im Konzentrationslager Traunstein gewesen war. Beides hatte sie in ihrer Biografie angegeben.

Jury nennt Zerstörung von Graffiti rechtswidrig

Graffiti-Künstler in New York erzielen wichtigen juristischen Erfolg

Eine Geschworenen-Jury gelangte zu dem Schluss, dass der Investor gegen das Gesetz verstoßen habe, als er Graffiti-Kunst zerstören ließ. Sie empfahlen, die 21 Künstler zu entschädigen. Endgültig entscheiden muss aber ein Richter. In dem Fall geht es um die berühmten Graffitis von "5Pointz", einer Industrieanlage im New Yorker Stadtteil Long Island City. Mehr als 20 Jahre lang hatte ein Immobilieninvestor Graffiti-Künstlern erlaubt, sich dort an einem früheren Lagerhaus zu betätigen. Der Ort wurde zu einem Mekka für Sprayer aus der ganzen Welt und zu einer Touristenattraktion. Im Jahr 2014 wurde das Lagerhaus abgerissen, um Platz für eine Wohnanlage zu schaffen. Die Graffiti wurden zuvor übertüncht. Die Künstler verklagten den Investor auf Schadenersatz. Sie führten ins Feld, dass er ihnen keine Zeit gelassen hatte, um ihre Werke zu retten. Die Geschworenen entschieden nun, dass mehr als die Hälfte der 49 zerstörten Werke einen anerkannten Rang als Kunst gehabt hätten.

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