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Montag, 20.11.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. November 2017

Ai Weiwei erhält Bambi in der Kategorie "Mut"

Medienpreis wird am 16. November verliehen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei erhält bei der diesjährigen Bambi-Verleihung den Medienpreis in der Kategorie "Mut". Der Konzeptkünstler und Regierungskritiker thematisiere in seinen Werken Verstöße gegen die Menschenrechte und kämpfe gegen Unterdrückung und Zensur, teilte der Initiator des Medienpreises, der Verlag Hubert Burda Media, mit. "Ai Weiwei stellt die Humanität ins Zentrum seines Schaffens und prangert an, wo er sie bedroht sieht." Der Chinese lebt und arbeitet seit 2015 in Berlin im Exil. Er ist Mitglied der Akademie der Künste und Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts. Verliehen wird der Bambi am 16. November verliehen.

Yad Vashem will Koczÿs Werke behalten

Künstlerin sei trotz strittigem Status relevant

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hält die Kunstwerke Rosemarie Koczÿs weiter für relevant und will sie in ihrer Sammlung behalten. Unbenommen von Koczÿs strittigem Status als Überlebende sei ihre Kunst eine Antwort auf den Holocaust, teilte ein Sprecher mit. Yad Vashem werde der Frage nach der Identität von Koczÿ nachgehen und daraus Schritte ableiten, um alle Erkenntnisse korrekt widerzuspiegeln. Die Kunsthalle Recklinghausen hatte bei der Recherche für eine Ausstellung festgestellt, dass die Künstlerin weder jüdischer Abstammung war noch war sie als Kind im Konzentrationslager Traunstein. Beides hatte sie in ihrer Biografie angegeben.

Schauspielerin Karin Dor ist gestorben

Sie war bekannt als einziges deutsches Bond-Girl

Die Schauspielerin Karin Dor ist gestorben. Das teilte die Komödie im Bayerischen Hof in München mit, zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Dor ist Millionen Zuschauern als Bond-Girl in "James Bond 007 - Man lebt nur zweimal" (1967) bekannt. Außerdem spielte sie in Edgar-Wallace-Krimis und Karl-May-Verfilmungen mit - mit großem Erfolg als verfolgte Unschuld, grundlos Verdächtigte und schutzbedürftige Schönheit. Von den 90er Jahren an stand sie vor allem auf deutschen Bühnen von Boulevard- und Komödientheatern. 2006 übernahm sie einen Part in Margarethe von Trothas Film "Ich bin die andere" als alkoholkranke Mutter.

Kulturrat spricht von Zensur an Hochschulen

Streit um Kunst in Berlin und Göttingen

Der Deutsche Kulturrat hat die Vorgänge an zwei Hochschulen als Zensur bezeichnet und sich besorgt geäußert. An der Universität Göttingen hängte das Studentenwerk eine Ausstellung mit 45 satirischen Werken ab, weil einzelne Bilder als sexistisch oder judenfeindlich kritisiert wurden. Die Angehörigen der Alice Salomon Hochschule in Berlin können darüber  abstimmen, ob ein angeblich sexistisches Gedicht von Eugen Gomringer an der Fassade übermalt werden soll. „Hochschulen sind öffentliche Räume und selbstverständlich gilt in ihnen die grundgesetzlich verbriefte Kunstfreiheit, erklärte der Geschäftsführer des Kulturrates, Olaf Zimmermann.

Macron kommt zur Einweihung des Louvre Abu Dhabi

Ab Samstag ist das Museum für Publikum geöffnet

Der französische Präsident Emmanuel Macron wird an der Eröffnung des neuen Louvre in Abu Dhabi teilnehmen. Das Museum in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate soll heute Abend offiziell eingeweiht werden. Der Bau des Gebäudes nach französischem Vorbild dauerte zehn Jahre und wurde unter anderem von der Frage überschattet, wie die Bedingungen für Arbeiter auf der Baustelle aussahen. Die Kunst im neuen Louvre bietet Besuchern einen kurzen Überblick über die Weltgeschichte und die wichtigsten Religionen. Auch das Judentum wird berücksichtigt - in einem Land, das Israel offiziell nicht anerkennt. Vertreter des Museums sagen, es diene als kulturelle Brücke zwischen Osten und Westen. Das von dem französischen Architekten Jean Nouvel entworfene Museum wird am Samstag erstmals für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein.

Sanierung der Neuen Nationalgalerie wird teurer

10 Millionen Euro Mehrkosten sind absehbar

Die von Stararchitekt David Chipperfield geplante Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin wird knapp 10 Millionen Euro teurer als geplant. Bisher waren gut 100 Millionen Euro veranschlagt. Die Kostensteigerung liege voll innerhalb des üblichen Risikozuschlags, sagte Projektleiter Arne Maibohm bei einer Baustellenbesichtigung. Die Wiedereröffnung des Hauses sei weiter für Ende 2020 geplant. Die Neue Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe steht unter Denkmalschutz. Bei der seit 2016 laufenden Sanierung der spektakulären Glas-Stahl-Konstruktion haben sich laut Maibohm vor allem die Stahlbetonwände als unerwartet marode erwiesen. Sie müssen besonders im Außenbereich großflächig ersetzt werden.

Jürgen Lillteicher wird Leiter des Alliierten-Museums

Trägerverein einstimmig für den Historiker

Jürgen Lillteicher wird neuer Leiter des Berliner Alliierten-Museums. Die Mitglieder des Trägervereins des Museums hätten sich einstimmig für den 49-jährigen Historiker entschieden, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. "Bereits bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und im Willy-Brandt-Haus Lübeck hat er bewiesen, dass er komplexe historische Themen in Dauer- und Sonderausstellungen publikumswirksam aufbereiten kann", so Grütters. Mit dem neuen Standort in Tempelhof solle "ein weiteres Museums-Highlight im Herzen der Bundeshauptstadt" geschaffen werden, das sich auch der widersprüchlichen Geschichte des ehemaligen Flughafengebäudes stelle. Lillteicher startet am 1. März 2018. Die bisherige Museumsleiterin Gundula Bavendamm war an die Spitze der Stiftung Flucht Vertreibung Versöhnung gewechselt.

"ARD Audiothek" startet als App

Beiträge von ARD und Deutschlandradio auf dem Smartphone

In der neuen App "ARD Audiothek" stellen Deutschlandradio und ARD ab sofort ihre Wortbeiträge zur Verfügung. "Die ARD Audiothek - von Hörspielen über Dokus bis hin zu Comedys - bündelt hochwertige Wortinhalte aus allen Radios der ARD und des Deutschlandradios und macht sie ganz einfach und jederzeit auf Abruf auf dem Smartphone zugänglich", teilte die ARD in Leipzig mit. Nutzer können sich damit mobil ihr eigenes Wortprogramm aus den Beiträgen der mehr als 60 Wellen zusammenstellen.

Karlsruhe will drittes Geschlecht im Geburtenregister

Eine Neuregelung muss bis Ende 2018 geschaffen werden

Der Gesetzgeber muss neben männlich und weiblich einen weiteren Geschlechtseintrag im Geburtenregister ermöglichen. Die Regelung gilt für all diejenigen, die sich nicht als Mann oder Frau sehen. Das Bundesverfassungsgericht lässt offen, wie das Parlament diese Vorgabe genau umsetzt. Als eine Möglichkeit nannte das Gericht, künftig generell auf Geschlechtseinträge zu verzichten. Die Richter betonen, die geltenden Regelungen des Personenstandsrechts seien nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, weil sie gegen das Diskriminierungsverbot verstießen. Die beschwerdeführende Person hatte beim Standesamt beantragt, die Angabe "inter/divers" oder "divers" eintragen zu lassen.

Dresdner Aleppo-Busse kommen nach Berlin

Anti-Kriegs-Skulptur hatte massive Proteste in Dresden hervorgerufen

Von Freitag an ist die Anti-Kriegs-Skulptur "Monument" des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni am Brandenburger Tor in Berlin zu sehen. Das teilte das Berliner Maxim-Gorki-Theater mit, das die Arbeit als Teil seines Herbstsalons präsentiert. Die Installation, die von Februar bis April vor der Frauenkirche in Dresden gestanden hatte, soll bis zum 26. November zu sehen sein. Die drei hochkant stehenden, ausrangierten Busse symbolisieren Barrikaden, die Zivilisten im syrischen Aleppo 2015 während der Kampfhandlungen in der Stadt aufgerichtet hatten, um sich vor Scharfschützen zu schützen. Die Skulptur hatte in Dresden massive Proteste hervorgerufen, vor allem von "Pegida"-Anhängern.

Grashüpfer in Van-Gogh-Gemälde entdeckt

Van Gogh schätzte die Malerei unter freiem Himmel

In einem Van-Gogh-Gemälde ist ein 130 Jahre alter Grashüpfer entdeckt worden. Der niederländische Post-Impressionist übermalte das Insekt wohl unabsichtlich, wie das US-Kunstmagazin "Architectural Design" berichtet. Die Konservatorin des Nelson-Atkins-Museums in Kansas City entdeckte es demnach, als sie van Goghs 1885 in Südfrankreich entstandenes Bild "Olivenbäume" für eine Ausstellung vorbereitete. Vincent van Gogh (1853-1890) beschrieb 1885 in einem Brief an seinen Bruder Theo die Vorzüge des Malens unter freiem Himmel. Er gilt als einer der Begründer der modernen Malerei.

Künstlerin täuschte Biografie als Nazi-Verfolgte vor

Ihre Werke finden sich auch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Die Künstlerin Rosemarie Koczÿ hat nach Recherchen der Stadt Recklinghausen jahrelang eine Biografie vorgetäuscht, die sie als Jüdin und KZ-Überlebende darstellte. Wie das Stadtarchiv erklärte, habe die 1939 in Recklinghausen geborene und 2007 in den USA gestorbene Künstlerin falsch angegeben, Jüdin und in einem Konzentrationslager gewesen zu sein. Koczÿs gefälschter Lebenslauf sei anlässlich einer Ausstellung von mehr als 100 Arbeiten aufgefallen, die sie der Stadt Recklinghausen vermacht hatte. Ihr Name sei nicht im Opferbuch der Stadt verzeichnet, sagte der Leiter des Stadtarchivs, Matthias Kordes. Die Nachforschungen in Standesamts- und Melderegistern hätten ergeben, dass sie selbst sowie ihre Eltern und Großeltern römisch-katholisch waren. Auch die Angabe der Künstlerin, wonach sie als Kind im Konzentrationslager Traunstein - einem Außenlager des KZ Dachau - gewesen sein soll, sei nicht zu belegen.

Preisträger des Deutschen Kleinkunstpreises 2018

Der Deutsche Kleinkunstpreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert

In Mainz sind die Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2018 bekannt gegeben worden. In der Sparte „Kabarett" wird Simone Solga ausgezeichnet. Bekannt geworden ist sie vor allem durch ihre Soloprogramme als „Kanzlersouffleuse". Die Jury bezeichnet sie als politische Kabarettistin, die in ihrer Bühnenrolle als enge Vertraute der Kanzlerin mit entwaffnender Liebenswürdigkeit unverschämte Gemeinheiten abschieße und damit ins Schwarze treffe. Ausgezeichnet werden außerdem Marco Tschirpke (Chanson Lied und Musik) sowie Torsten Sträter (Kleinkunst); der Förderpreis der Stadt Mainz geht an Lisa Eckert, den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz erhält Andreas Vitásek. Der Preis wird im Mainzer ‚Unterhaus‘ am 18. Februar verliehen,

Kreuzfahrtkolosse werden aus Venedig verbannt

Bürgermeister Brunaro sprach von einem großen Ergebnis für die Venezianer

Große Kreuzfahrtschiffe sollen künftig einen Bogen um die Altstadt von Venedig machen müssen. Ab 2019 sollen Schiffe auf der gegenüberliegenden Seite der Lagune beim Festland anlegen, teilte das italienische Verkehrsministerium mit.
In der Industriegegend Marghera auf der anderen Seite der Lagune soll ein eigener Hafen für sehr große Schiffe entstehen, wo auch Passagiere aussteigen können. Für kleinere Schiffe soll ein Kanal umgebaut werden. Um die Kreuzfahrtschiffe wird seit langem gestritten. Kultur- und Umweltschützer sehen das Unesco-Welterbe Venedigs sowie das ökologische Gleichgewicht in der Lagunenlandschaft bedroht.

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