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Samstag, 24.02.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 9. Februar 2018

AfD plant eigenen Newsroom

Um Themen ausfindig zu machen, die "unter den Teppich gekehrt werden"

Die AfD-Fraktion im Bundestag will ab April ihre Kommunikation im Wesentlichen über einen eigenen Newsroom steuern. Das sagte Fraktionschefin Alice Weidel dem Magazin "Focus". "Solange die AfD von vielen Medien ignoriert oder mit Fake News gezielt schlechtgemacht wird, kann es nur diesen Weg geben", erklärte sie. Dem "Focus"-Bericht zufolge sollen neben der klassischen Pressestelle rund 20 weitere Mitarbeiter für die Kommunikation zuständig sein. Die Arbeitsweise des AfD-Newsrooms werde der in journalistischen Redaktionen ähneln. Der Schwerpunkt solle auf der Verbreitung der AfD-Inhalte in den sozialen Medien liegen. Die Mitarbeiter sollen im Schichtbetrieb rund um die Uhr tätig sein, wie das Magazin weiter meldet. Drei von ihnen würden sich auf Recherche spezialisieren und Themen ausfindig machen, die laut Weidel "unter den Teppich gekehrt werden". Zu diesem Zweck werde in den Fraktionsräumen der AfD im Berliner Jakob-Kaiser-Haus auch ein eigenes TV-Studio eingerichtet.

Gabor Steingart verlässt das "Handelsblatt"

Der Herausgeber der Wirtschaftszeitung übte scharfe Kritik an Martin Schulz

Nach seiner scharfen Kritik an Noch-SPD-Parteichef Martin Schulz muss Gabor Steingart seinen Posten als Herausgeber des "Handelsblatts" räumen. Verleger Dieter von Holtzbrinck habe sich mit dem 55-Jährigen darauf verständigt, die berufliche Partnerschaft zu beenden, teilte die DvH Medien GmbH. Begründet wird der Rauswurf unter anderem mit der "unterschiedlichen Beurteilung journalistischer Standards". Anlass war Steingarts täglicher Newsletter "Morning Briefing". Unter der Überschrift "Der perfekte Mord" hatte er geschrieben, Schulz wolle den scheidenden Außenminister Sigmar Gabriel "zur Strecke bringen", um selbst Außenminister zu werden. Im Verlagshaus Handelsblatt regt sich Widerstand gegen Steingarts Entlassung. Chefredakteure und Herausgeber verschiedener Verlagsmedien kritisierten, der Rauswurf sei Strafe für eine unbequeme Meinung, wie Spiegel Online berichtete. Steingart arbeitete seit 2010 für das "Handelsblatt".

Nino Haratischwili erhält Bertolt-Brecht-Preis

Jury: Dramatikerin schreibt in der Tradtion der großen Exildramen

Der Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg geht in diesem Jahr an die Hamburger Autorin Nino Haratischwili. Die 34-Jährige erhalte die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Theaterstücke und ihren Roman "Das achte Leben (Für Brilka)", teilte die Stadt mit. Die in Tiflis geborene Dramatikerin und Regisseurin setzt mit ihren Werken die Tradition Brechts fort, begründete die Jury ihre Entscheidung. Haratischwilis Theaterstücke ließen sich mit Brechts großen Exildramen vergleichen. Ihre Begabung, komplizierte, historische Prozesse ebenso wie menschliches Versagen, Opportunismus und Machtmissbrauch in sinnliche Geschichte und großartige Frauenfiguren zu fassen, erinnere an "Mutter Courage" und den "Kaukasischen Kreidekreis". Der Preis soll am 19. April im Augsburger Rathaus übergeben werden.

Orchester in Leipzig und Boston kooperieren

Beide Orchester werden von Andris Nelsons dirigiert

Die Orchester in Leipzig und Boston werden unter der Leitung von Star-Dirigent Andris Nelsons umfangreich zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde unterschrieben, wie das Gewandhausorchester und die Stadt Leipzig mitteilten. "Die Kooperation der beiden Orchester bringt für das Publikum eine wunderbare Erweiterung des Spielplanes mit sich und liefert für die Musikerinnen und Musiker anregende künstlerische Impulse", sagte Gewandhausdirektor Andreas Schulz. So soll es gemeinsam in Auftrag gegebene Neukompositionen geben sowie einen Austausch von Musikern und Gastspiele. Der 39-jährige Nelsons ist seit 2014 Direktor des Boston Symphony Orchestra, am 23. Februar wird er Nachfolger von Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister in Leipzig.

Andras Schiff wird Dozent an Barenboim-Said Akademie

Der Pianist unterrichtet Klavier und Kammermusik

Der österreichisch-britische Pianist Sir Andras Schiff wird Dozent an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Der vielfach ausgezeichnete Musiker, den eine langjährige Zusammenarbeit mit den Barenboim-Said-Projekten verbinde, werde in den Fächern Klavier und Kammermusik lehren, teilte die Akademie mit. Sie wurde 2016 eröffnet und bietet jungen Musikern aus dem Nahen Osten und Nordafrika eine Hochschulausbildung. Das Projekt von Daniel Barenboim und dem 2003 verstorbenen Literaturtheoretiker Edward Said geht auf das West-Eastern Divan Orchestra zurück, das die beiden Kunstschaffenden 1999 gründeten. Das Symphonieorchester besteht zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikern.

Bibliotheca Palatina: Bücherschatz im Internet

Eine Million alte Handschriften online verfügbar

Die Bibliotheca Palatina, eine der wertvollsten Sammlungen von Handschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ist nach jahrhundertelanger Trennung virtuell wiedervereint worden. Dazu hat die Universitätsbibliothek Heidelberg nach den deutschsprachigen Handschriften in ihrem eigenen Bestand jetzt auch die Kodizes digitalisiert, die sich seit fast 400 Jahren in der Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom befinden. Damit sind nun eine Million der deutsch- und lateinischsprachigen Palatinahandschriften online verfügbar. Darunter befinden sich Kostbarkeiten wie der Heidelberger Sachsenspiegel oder der Codex Manesse, aber auch theologische Literatur, höfische Epik oder medizinische und astrologische Traktate. Die Uni-Bibliothek und der Vatikan gaben gemeinsam insgesamt 1,2 Millionen Euro für die Digitallisierung aus.

Mauritshuis: Gemälde von Jan Steen entdeckt

Kopie entpuppte sich als echt

Das niederländische Museum Mauritshuis hat ein bislang unbekanntes Gemälde von Jan Steen (1626-1679) entdeckt. Das Gemälde "Die Verspottung von Samson" sei jahrelang als Kopie angesehen worden, teilte das Mauritshuis in Den Haag mit. Doch eine ausführliche Untersuchung habe ergeben, dass es tatsächlich ein Werk des holländischen Meisters sei. Kuratorin Ariane van Suchtelen hatte das Gemälde im Depot des königlichen Kunstmuseums in Antwerpen entdeckt. Sie habe bezweifelt, dass es eine Kopie aus dem 18. Jahrhundert sei, sagte sie dem niederländischen Radio. "Man kann sehen, dass es ein Jan Steen sein muss", sagte sie. "Der Malstil, das Objekt und die Technik entsprechen seinem Werk."

Unesco: Deutschland muss mehr für Kunstfreiheit tun

Bundesprogramm für verfolgte Künstler solle aufgelegt werden

Die Deutsche Unesco-Kommission bemängelt fehlenden Einsatz der Bundesregierung für die Freiheit von Kunst und Künstlern. Kunst sei ein globales Medium der kritischen Begleitung gesellschaftlicher Prozesse, aber nur, "wenn sie nicht - wie heute zunehmend versucht - wirtschaftlich kontrolliert und politisch gelenkt wird", sagte Vorstandsmitglied Wolfgang Kaschuba in Berlin anlässlich einer Diskussionsrunde über den aktuellen Unesco-Weltbericht. Deutschland komme hier historisch gesehen eine ganz besondere Verantwortung zu. Daher sei es sinnvoll und nötig, ein Bundesprogramm für verfolgte Künstler aufzulegen.

Grundschule in Tokio führt Armani-Uniformen ein

Debatte über kostspieliges Vorhaben erreicht das Parlament

Pläne einer öffentlichen Grundschule in Tokio, Schuluniformen von Armani einzuführen, haben in Japan zu einer heftigen Debatte geführt. Der örtliche Bildungsausschuss bestätigte, dass die Taimei-Schule im exklusiven Einkaufsviertel Ginza im April die Uniformen der italienischen Modemarke einführen will. Die Eltern müssen für sie mindestens 80.000 Yen (knapp 600 Euro) berappen. Viele Eltern zeigten sich von der Idee wenig begeistert. Sie wiesen darauf hin, dass sie zum Kauf der Uniform gezwungen seien, damit sich ihre Kinder nicht ausgeschlossen fühlen - obwohl die Schule ihr Tragen nicht vorschreibe. Die Diskussion erreichte inzwischen auch das japanische Parlament. Der Oppositionsabgeordnete Manabu Terada fragte, warum eine Schule, die für Kinder aus allen Schichten da sei, eine derart teure Uniform brauche. Finanzminister Taro Aso räumte ein, dass die Uniform für eine öffentliche Schule "teuer" sei.

Symphoniker Hamburg: Cambreling wird Chefdirigent

Sylvain Cambreling folgt auf verstorbenen Sir Jeffrey Tate

Der Generalmusikdirektor der Oper Stuttgart, Sylvain Cambreling, wird neuer Chefdirigent der Symphoniker Hamburg. Der Franzose folgt zur Spielzeit 2018/19 auf Sir Jeffrey Tate, der am 2. Juni 2017 im Alter von 69 Jahren gestorben war. "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe in Hamburg. Meine Begegnung mit den Symphonikern Hamburg war eine auf Anhieb beglückende künstlerische Erfahrung", sagte Cambreling in Hamburg. Die Laeiszhalle atme nicht nur eine reiche Tradition, sondern gehöre zu den am schönsten klingenden Sälen der Welt. "Es ist eine Ehre und berührt mich, als Chefdirigent meinem Freund Jeffrey Tate nachzufolgen."

Gründer des Deutschen Technikmuseums gestorben

Günther Gottmann starb im Alter von 86 Jahren

Der Gründungsdirektor des Deutschen Technikmuseums, Günther Gottmann, ist tot. Er sei bereits am 4. Februar im Alter von 86 Jahren in Berlin gestorben, teilte das Museum mit. Der 1931 in Münster geborene Gottmann war 1982 für den Aufbau der Einrichtung am Gleisdreieck von München nach Berlin gekommen. Dem "humanistischen Anti-Technokraten", wie er sich selbst bezeichnet habe, sei es nie um "blinde Technik-Verherrlichung" gegangen, erklärte der gegenwärtige Museumsdirektor Dirk Böndel. Gottmann habe stets die Zweideutigkeit technischer Entwicklungen aufzeigen wollen - vor allem mit Blick auf die Rolle der Technik in der NS-Zeit. Mit zunächst 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche sei die Einrichtung mit Gottmann zu einer in Deutschland einzigartigen Museumslandschaft mit heute 26 500 Quadratmetern geworden.

Bertolt-Brecht-Preis für Nino Haratischwili

Schriftstellerin erhält Preis für ihren Roman "Das achte Leben (Für Brilka)"

Die Autorin Nino Haratischwili erhält für ihre Theaterstücke und ihren Roman "Das achte Leben (Für Brilka)" den diesjährigen Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird der 34-Jährigen am 19. April im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses überreicht, wie die Stadt mitteilte. Haratischwili wurde in Georgien geboren und lebt heute in Hamburg. Als ihr Laudator wird Andreas Platthaus auftreten, der Ressortleiter für Literatur und literarisches Leben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

András Schiff wird Dozent an Barenboim-Said Akademie

Pianist unterrichtet Kammermusik und Klavier

Der Pianist Sir András Schiff übernimmt Lehrtätigkeiten an der Barenboin-Said Akademie in Berlin. Schiff, den eine langjährige Zusammenarbeit mit den Barenboid-Said-Projekten verbinde, werde in den Fächern Klavier und Kammermusik als Dozent tätig, teilte die Akademie in Berlin mit. Die 2016 eröffnete Barenboim-Said-Akademie mit dem Pierre-Boulez-Konzertsaal bietet jungen Musikern aus dem Nahen Osten und Nordafrika eine Musikhochschulausbildung. Das Projekt von Daniel Barenboim und Edward Said (1935-2003) ist zurückzuführen auf das sogenannte West-Eastern Divan Orchestra, das die beiden Kunstschaffenden 1999 in Weimar gründeten. Das Symphonieorchester besteht zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikern.

Tauziehen um Franz Marc-Gemälde in Düsseldorf

Erben fordern das Gemälde "Füchse" zurück

Erben eines von den Nazis verfolgten jüdischen Sammlers fordern von der Stadt Düsseldorf ein millionenschweres Gemälde des expressionistischen Malers Franz Marc zurück. Das Gemälde "Füchse" aus dem Jahr 1913 war 1962 als Schenkung in das städtische Museum Kunstpalast gelangt. "Wir hoffen auf späte Gerechtigkeit, wie viele andere auch", sagte Ingeburg Breit, die 88-jährige Schwiegertochter des einstigen Besitzers Kurt Grawi. "Es gibt eine Reihe offener Punkte bei der Provenienzforschung", sagte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel. "Ich persönlich habe den Willen, dass wir dieses Thema lösen." Der Berliner Kaufmann Grawi hatte Deutschland im Jahr 1939 nach mehrwöchiger KZ-Haft mittellos verlassen müssen und war nach Chile emigriert. Das Marc-Gemälde tauchte 1940 in New York auf. Ob Grawi es vor seiner Emigration verkauft hatte, haben Forscher ebenso wenig klären können wie den Weg des Bildes nach New York. Geisel hatte zu dem Fall kürzlich auch Gespräche in New York geführt.

Schlagzeuger Pat Torpey gestorben

Drummer der Band Mr. Big starb mit 64 Jahren an den Folgen von Parkinson

Pat Torpey, der Schlagzeuger der US-Rockband Mr. Big, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Dies gab die Band bekannt. Demnach starb Torpey am Mittwoch an Komplikationen seiner Parkinson-Erkrankung. "Mit gebrochenen Herzen sagen wir euch, dass unser Bruder, Freund, Schlagzeuger und Gründungsmitglied Pat am Mittwoch gestorben ist", so die Band auf Twitter. «"ie Familie, die Band und das Management bitten darum, in dieser schwierigen Zeit in Ruhe gelassen zu werden." Im Juli 2014 hatte der Musiker bekanntgemacht, dass bei ihm Parkinson diagnostiziert wurde. Die Band Mr. Big war 1988 gegründet worden. 2002 hatte sie sich getrennt, sieben Jahre später aber wieder zusammengefunden. Ihre größten Erfolge konnte sie in Japan feiern, war aber auch in Deutschland auf Tour.

Seltenes Mosaik aus der Römerzeit in Israel entdeckt

Archäologen bejubeln "schönen und farbenfrohen Fund".

Israelische Archäologen haben in der antiken Hafenstadt Caesarea ein "seltenes und schönes" Bodenmosaik aus der Römerzeit entdeckt. Bei der Vorstellung des dreieinhalb mal acht Meter großen Mosaiks am Donnerstag sagte Uzi Ad von der israelischen Antikenverwaltung (IAA), man habe in Israel nie zuvor ein Mosaik von ähnlicher Qualität gefunden. Die IAA geht davon aus, dass es aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus stammt. Die 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv gelegene Stadt Caesarea wurde vor etwa 2030 Jahren von König Herodes gegründet, der die damalige römische Provinz Judäa regierte. Die Ruinen der Hafenstadt sind heute eine beliebte Touristenattraktion. Das nun gefundene Kunstwerk habe sich auf dem Boden eines römischen Gebäudes befunden und sei ein "farbenfrohes Mosaik mit drei Figuren", sagte IAA-Direktor Ad.

Tykwer vermisst "wilde und sperrige Filme" in Deutschland

Regisseur kritisiert eine Verschiebung zum Spektakel

Tom Tykwer, Jury-Präsident der 68. Berlinale, vermisst "wilde und sperrige Filme" in Deutschland. Als Grund dafür sieht er unter anderem ein Primat der Wirtschaftsförderung sowie eine "Tendenz mancher Filmschulen zur Hochglanzkultur, Technikversessenheit und Veredelungsästhetik, die mit Filmemachen eigentlich nichts zu tun hat." Das sagte der 52 Jährige dem Nachrichtenmagazin "Focus" . Letztlich seien es die Filmemacher, die den Laden aufzumischen hätten. Die 68. Berlinale beginnt am 15. Februar. 19 Filme aus aller Welt gehen ins Rennen um die begehrten Bären-Preise, darunter vier aus Deutschland. Insgesamt sind bis zum 25. Februar rund als 400 Filme aus aller Welt zu sehen.

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