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Sonntag, 22.04.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 19. März 2018

Ägyptische Zensur kassiert Theateraufführung

Theaterstück thematisiert Gefühl von Unterdrückung vor dem Volksaufstand 2011

Nur wenige Stunden vor seiner geplanten Premiere am Sonntag in Kairo hat die staatliche Zensur in Ägypten die Aufführung eines Theaterstücks verboten. Regisseur Ahmed al-Attar sagte daraufhin die Vorstellungen von "Vor der Revolution" ab. Wie von den Zensoren gefordert fünf Szenen zu entfernen, würde das Stück entstellen, sagte Al-Attar. Das Theaterstück für zwei Schauspieler thematisiert das Gefühl von Unterdrückung und Stagnation in Ägypten vor dem Volksaufstand von 2011. Es sollte in einem Theater mit 100 Sitzplätzen an sechs Abenden im Rahmen des Innenstadtfestivals für zeitgenössische Kunst aufgeführt werden. Das Festival wird überwiegend von ausländischen Kulturinstituten, Botschaften und der Unesco unterstützt.Der für Sozialsatiren bekannte und in Europa anerkannte Autor, zugleich Manager und künstlerischer Direktor des Festivals, hat für Montag eine zweite Sitzung des Zensurkomitees beantragt. Er hofft, dass das Stück doch noch ohne die vorgeschlagenen Streichungen gezeigt werden darf.

Intendant Lilienthal verlässt Münchner Kammerspiele

Experimentelles Theater führte zu Zuschauerrückgang

Der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, verlässt das Haus zum Ende seiner Vertragslaufzeit im Sommer 2020. In einer Mitteilung der Kammerspiele erkIärte er, in München sei kein Rückhalt für die Verlängerung seiner Arbeit gewährleistet, nachdem die CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat einen Beschluss gegen eine Vertragsverlängerung gefasst habe. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) bedauerte die Entscheidung Lilienthals: "Ein Theater mit Mut zum Experiment kann sich mit seinen Produktionen nie auf der sicheren Seite wähnen". Dennoch gehe das Team der Kammerspiele bewusst diesen Weg, dem leider nicht das gesamte Publikum folge." Lilienthal ist seit 2015 im Amt und gilt als umstritten, auch wegen seines Theaterverständnisses mit weniger klassischem Sprechtheater, mehr freien Gruppen, kollektivem Inszenieren und Performances. Weniger Zuschauer waren die Folge. In seiner zweiten Saison platzte eine Premiere, und mehrere Schauspielerinnen kündigten.

Moskauer Gogol Center zu Gast im Deutschen Theater

30 russische Künstler erwartet

Beim Theaterprojekt "Gogol Center meets Deutsches Theater" werden sich Berlin und Moskau kulturell austauschen. Rund 30 Tänzer, Musiker und Schauspieler des Moskauer Gogol Centers werden für einen Gastbesuch ans Deutsche Theater kommen. Das teilte das Goethe-Institut, das das Treffen unterstützt. Vom 28. März bis 1. April werden die Inszenierungen "Kafka" und "Machine Müller" des Regisseurs Kirill Serebrennikov gezeigt. Serebrennikov wird nicht am Theateraustausch teilnehmen können. Der künstlerische Leiter des Moskauer Gogol Centers war im vergangenen August von den russischen Strafverfolgungsbehörden wegen angeblicher Veruntreuung unter Hausarrest gestellt worden. Neben den Vorführungen wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema "Phantasie und Zensur" sowie zwei Filmnächte geben, in denen Filme von und über Regisseur Serebrennikov gezeigt werden. Zuvor hatte das Deutsche Theater ein Gastspiel in Moskau aufgeführt.

Skulptur von Anselm Kiefer kommt nach New York

Temporäre Platzierung vor Rockefeller Center

Eine Skulptur des Künstlers Anselm Kiefer wird vor dem Rockefeller Center in New York platziert. "Uraeus" sei das erste Werk, das Kiefer je speziell für einen öffentlichen Raum in den USA geschaffen habe, teilte die Organisation Public Art Fund, die sich um Kunst in New York kümmert, mit. Die Skulptur besteht zum größten Teil aus Blei und zeigt ein auf einer Säule stehendes geöffneten Buch mit Flügeln, die sich über neun Meter spannen. Die Skulptur soll vom 2. Mai bis zum 22. Juli vor dem Rockefeller Center in Manhattan zu sehen sein. Anselm Kiefer studierte unter anderem bei Joseph Beuys und gilt als einer der bekanntesten deutschen Künstler der Nachkriegszeit.

Bavaria Filmproduktion mit neuem Chef

Markus Zimmer soll Kinoproduktion stärken

Das Medienunternehmen Bavaria Filmproduktion hat ab April mit Markus Zimmer (51) eine neue Leitung. Er werde auch für die Koordination aller Kinofilm-Aktivitäten der Bavaria Film Gruppe verantwortlich sein, teilte die Produktionsfirma in Grünwald bei München mit. Zimmer fungiere in der Position als Produzent und Ansprechpartner für nationale und internationale hochwertige Filme und Serien, an denen die Bavaria Film als Produzent oder Ko-Produzent beteiligt sei. Markus Zimmer war den Angaben zufolge bis Ende 2016 bei der Tele München Gruppe (TMG) tätig. Ab 1999 leitete er dort die TMG-Tochter Concorde Filmverleih GmbH. Als Produzent war Zimmer 2007 mit "Die Wolke" für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Udo Lindenberg eröffnet "Panik City" in Hamburg

Multimedia-Ausstellung veranschaulicht das Leben des Rockstars

Mitten im Hamburger Amüsierviertel St. Pauli hat der Rockmusiker Udo Lindenberg auf der Reeperbahn die Erlebniswelt "Udo Lindenberg Experience" eröffnet. Das Technik-, Kunst- und Kulturprojekt soll auf einer Etage im Klubhaus St. Pauli Musik den Werdegang des Musikers, seine Malerei und das politische Engagement des 71-Jährigen zeigen und erlebbar machen. Besucher können in einer Animation Teil der Band auf einer virtuellen Bühne werden oder auf Touchpads im Lindenberg-Stil "Likörelle" malen - Bilder, die Lindenberg mit alkoholischen Getränken färbt. Die sogenannte "Panik-City" zeigt auch die politische Bedeutung des Musikers für die Verständigung in der deutsch-deutschen Vergangenheit. Die "Udo Lindenberg Experience" ist ab Dienstag für Besucher geöffnet.

Humboldt Forum: Musikethnologe wird Direktor

Stiftungsrat einigt sich auf neuen Kandidaten

Der Musikethnologe Lars-Christian Koch wird Direktor des Ethnologischen Museums und bald auch des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum. Der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sprach sicheinstimmig für den Abteilungsleiter und derzeit kommissarischen Leiter des Ethnologischen Museums aus. Die erneute Wahl war nötig geworden, da die bisherige Kandidatin Ines de Castro das Linden-Museum in Stuttgart doch nicht verlassen möchte. Der gebürtig aus Peine stammende Koch übernahm 2003 am Ethnologischen Museum die Abteilung für Medien und Musikethnologie. Ab 2019 sollen im Humboldt Forum das bislang in Dahlem angesiedelte Ethnologische Museum und das Museum für vorderasiatische Kunst einziehen. Am Humboldt Forum wird es über den insgesamt vier Direktoren noch einen Generalintendanten geben.

Leibniz-Preise für elf Wissenschaftler

Der Leibniz-Preis ist wichtigster deutscher Forschungsförderpreis

Vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler sind in Berlin mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet worden. Von den elf Preisträgern kommen je drei aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Lebenswissenschaften und den Naturwissenschaften, teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit. Zwei Preisträger kämen aus den Ingenieurwissenschaften. Der Leibniz-Preis ist der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis. Er wird jährlich von der DFG verliehen. Zehn Preisträger erhalten je 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten. Zwei Wissenschaftler teilen sich die Prämie. Die Auszeichnung erhalten der Soziologe Jens Beckert (Köln), die Physikerin Alessandra Buonanno (Potsdam), die Wirtschaftswissenschaftlerin Nicola Fuchs-Schündeln (Frankfurt), die Mediziner Veit Hornung (München) und Eicke Latz (Bonn), die Amerikanistin Heike Paul (Erlangen-Nürnberg), die Medizinerin Erika Pearce (Freiburg), der Physiker Claus Ropers (Göttingen), der Physiker Oliver Schmidt (Chemnitz), der Informatiker Bernhard Schölkopf (Tübingen) und der Mathematiker Laszlo Szekelyhidi (Leipzig).

Neuer Geschäftsführer für Berliner Rundfunk Orchester

Anselm Rose war Geschäftsführender Intendant der Dresdner Philharmonie

Der Kulturmanager Anselm Rose wird neuer Geschäftsführer der Berliner Rundfunk Orchester und Chöre Gesellschaft (ROC). Dazu gehören das Deutsche Symphonie-Orchester, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Rundfunkchor Berlin und der Rias Kammerchor. Der gebürtige Wolfsburger Rose, Jahrgang 1969, war bis 2014 Geschäftsführender Intendant der Dresdner Philharmonie. Er löst zum 1. April Thomas Kipp ab, der die vier Berliner Ensembles seit 2012 geschäftsführend leitete. Die ROC wird vom Deutschlandradio, dem Bund, dem Land Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) getragen.

Architekturpreis für ehemalige Abtei in Siegburg

Mipim Awards in Cannes für katholisches Tagungshaus

Bei der Verleihung der Mipim Awards in Cannes gewann das Tagungshaus des Erzbistums Köln (KSI) in der umgebauten früheren Benediktinerabtei in Siegburg am Wochenende in gleich zwei Kategorien: Das Tagungshotel gewann nicht nur in der Kategorie Hotels und Ferienanlagen, sondern bekam auch den Special Jury Award. Das Tagungshaus befindet sich seit April 2017 in der ehemaligen Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg in Siegburg. Die Abteigebäude wurden dabei mit einem modernen Neubau ergänzt. Geplant hatten die Neugestaltung die Düsseldorfer Architekten des Büros meyerschmitzmorkramer. Architekt Caspar Schmitz-Morkramer sagte dazu, für die Architekten sei wichtig gewesen, die berühmte Silhouette der Abtei nicht zu verändern. "Wir wollten keine stilistische Spielerei, sondern ein klares Gebäude schaffen, das Ruhe und Spiritualität mit Architektonischem vereint."

Yücel: "Die wollten mich zum Verstummen bringen"

Journalist Deniz Yücel gibt erstes Interview nach Freilassung

Der aus türkischer Haft freigekommene Journalist Deniz Yücel hat der Bundesregierung für ihre Unterstützung gedankt, sie aber zugleich für ihre zurückliegende Türkei-Politik kritisiert. "Grundsätzlich denke ich, dass die Regierung von Angela Merkel alle progressiven und demokratischen Kräfte in der Türkei zweimal verraten hat", sagte Yücel in einem Interview, das in den Zeitungen "Die Welt" und "taz" erschien. So habe Merkels Regierung einerseits im Jahr 2005 "den Türken klargemacht: Ihr kommt nicht in die EU, völlig egal, was ihr tut". Damals hätten die Zeichen in der Türkei noch auf Europäisierung gestanden, sagte Yücel. In dem ersten Interview nach seiner Freilassung gibt Yücel auch ausführlich Auskunft über sein privates Befinden und die Folgen der Inhaftierung. Es gehe ihm sehr gut, betonte der 44-Jährige. Seine Frau, seine Anwälte und die "FreeDeniz"-Solidarität seien ihm in Gefängnis eine große Stütze gewesen. Im Gefängnis sei er ein letztes Mal wütend gewesen, betonte Yücel: "Aber als ich vor das Gefängnistor trat, war das vorbei. Damit ist nichts vergessen und schon gar nicht vergeben. Aber meine Wut habe ich im Gefängnis gelassen." Für ihn gehöre es dazu, "sich nicht fertig machen zu lassen: nicht verbittert rauszukommen".

Leipziger Buchmesse endet mit Besucherrückgang

Winterwetter hinderte Besucher bei der An- und Abreise

Die Leipziger Buchmesse hat 2018 weniger Besucher angezogen als noch im Vorjahr. Insgesamt besuchten 271.000 Menschen das Messegelände und die Veranstaltungen in der Stadt, wie die Veranstalter mitteilten. Im vergangenen Jahr waren es 285.000 gewesen. Ein Grund für den Rückgang dürfte die Rückkehr des Winters gewesen sein. Am Samstag fielen in Leipzig rund zehn Zentimeter Neuschnee, der Hauptbahnhof war zeitweise komplett gesperrt. Auf der Buchmesse präsentierten sich mehr als 2.600 Aussteller aus 46 Ländern. Gastland war Rumänien. Auch die Comicmesse "Manga-Comic-Con" hatte wieder ihren Platz auf dem Branchentreff. Prägendes Thema der Messe war die Kontroverse um Meinungsfreiheit und den Umgang mit rechten Publizisten. Tumulte wie auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2017 blieben dabei weitgehend aus.

Ex-"Tatort"-Kommisar Jochen Senf ist gestorben

Als Kommisar Max Palu ermittelte er im "Tatort"-Saarland

Jochen Senf ging 17 Jahre lang als "Tatort"-Kommissar Max Palu im Saarland auf Verbrecherjagd. Nun ist der Schauspieler im Alter von 76 Jahren in Berlin gestorben. Er kochte gerne, trank gerne Rotwein und nahm sein Rennrad mit ins Büro: "Salü Palu" hieß die erste Tatort-Folge am 24. Januar 1988. Der glatzköpfige Max Palu war unter den ARD-Kommissaren eine echte Type. "Ich spiele den Kommissar so, wie ich selbst bin", sagte er, als er mit 45 Jahren mit dem "Tatort" anfing. Palu war seine erste große Fernsehrolle. Außerdem arbeitete er als Hörspieldramaturg, Krimiautor, gründete ein Kinder- und Jugendtheater und war in Kinoproduktionen zu sehen, etwa 2015 in "Unser letzter Sommer". Senf engagierte sich für Terre des Femmes als Schirmherr einer Kampagne gegen häusliche Gewalt gegen Frauen. Zuletzt lebte Senf in Berlin. Dort war er vor einigen Jahren in der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen.

Berliner Autor Michael Rutschky ist tot

"Meister der Beiläufigkeit" und "Alltagsmythenerkunder" wurde 74 Jahre alt

Der Essayist, Autor und Fotograf Michael Rutschky starb nach längerer Krankheit in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem nahen Umfeld des Autors erfuhr. Zuletzt waren von ihm 2017 die Tagebuchaufzeichnungen "In die neue Zeit" erschienen. Darin berichtet er über seine Sicht auf die deutsche Umbruchphase 1988 bis 1992. Rutschky, geboren am 25. Mai 1943 und aufgewachsen im hessischen Spangenberg, galt lange als Teil der Westberliner Bohème. Er studierte Soziologie, Literatur und Philosophie. Der Buchautor ("Wie wir Amerikaner wurden"; "Das Merkbuch. Eine Vatergeschichte.") arbeitete auch für Zeitungen und Zeitschriften, etwa für "Merkur" und "Transatlantik", sowie für Radio und Fernsehen. Erst als Rutschky 1997 den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg erhielt, wurde sein Werk breiter gewürdigt. Seine langjährige Frau, die Publizistin Katharina Rutschky ("Schwarze Pädagogik"), war 2010 gestorben.

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Fazit

"Fashion Drive"Die Geschichte der Mode im Spiegel der Kunst
Édouard Manet (1832–1883) Jeanne Duval, la maitresse de Baudelaire (La dame a l’éventail), 1862 Öl auf Leinwand, 89,5 × 113 cm Museum of Fine Arts, Budapest (Budapest Museum of Fine Arts)

Zerrissene Jeans gehören heute ganz alltäglich zum Straßenbild, aber zerrissene Mode gab es auch schon in der Renaissance. Wie sie damals aussah zeigen prächtige Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, die jetzt im Kunsthaus Zürich zu sehen sind – in der neuen Sonderausstellung "Fashion Drive – Extreme Mode in der Kunst".Mehr

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