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Literatur / Archiv | Beitrag vom 15.02.2015

Abgründe der LiteraturLob der Angst

Von Beate Ziegs

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Stephen King zeigt bei einer Lesung in Hamburg sein Buch "Doctor Sleep"  (picture alliance / dpa / Maja Hitij)
Schockierende Abweichung vom Vernünftigen: Der US-Bestsellerautor Stephen King (picture alliance / dpa / Maja Hitij)

Der moderne Horror hockt in den Rissen des Lebens. Er spielt sich nicht mehr − wie noch bei "Dracula" − in beruhigender Ferne ab, sondern im Alltag. Wir machen Ausflüge zu den Nachtseiten der Literatur mit Elfriede Jelinek, Georg Klein, Stephen King, Paul Auster und Doris Lessing.

In ihrer mitunter schockierenden Abweichung vom Vernünftigen, Schönen und Guten und mit ihrem tiefen Misstrauen gegen die Deutungskultur der herrschenden Gesellschaft entwirft die fantastische Literatur Bilder der Angst, die den Menschen nicht um seine Leiden betrügen. Die Identität gerät ins Wanken.

Der Selbstthematisierung, die zu den vornehmlichen Aufgaben der Literatur gehört, setzen Autoren wie Stephen King, Paul Auster, Doris Lessing, Elfriede Jelinek oder Georg Klein die geballte Fatalität des Lebens entgegen.

Indem sie das Grauen in Beziehung zu realen Schrecken setzen, legen sie modellhaft Gewaltverhältnisse bloß − und halten ganz nebenbei einer Ästhetik die Treue, die dem Traum näher ist als der geordneten Welt des Tages.

Literatur

Der Marsyas-MythosDer Musikwettstreit zwischen Apoll und Marsyas
Dieses Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zeigt, wie Apoll Marsyas häutet (Active Museum). (imago stock&people)

Marsyas spielte so lustvoll auf der Doppelflöte, dass er den Gott Apoll zum Wettstreit herausforderte und besiegte. Dafür ließ ihn Apoll bei lebendigem Leib häuten. Der Marsyas-Mythos dient bis heute als Parabel über das Verhältnis von Schönem und Hässlichem, Ohnmacht und Macht.Mehr

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