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Mittwoch, 13.12.2017

Tonart | Beitrag vom 15.08.2016

"A Summer's Tale" in LuhmühlenKommt Kinder, ab aufs Festival!

Von Cora Knoblauch

Kinder auf dem Festival "A Summer's Tale" bei Lüneburg, 2016. (A Summer's Tale / Christoph Eisenmenger)
Regenjacke und Gehörschutz: Die Ausstattung für das "Festival-Kind". (A Summer's Tale / Christoph Eisenmenger)

Statt Dosenbier und übervollen Dixiklos gibt es heiße Duschen, Yoga und Teezeremonien: Das Festival "A Summer's Tale" bei Lüneburg richtet sich an Familien und Leute, die sich die Nächte nicht mehr um die Ohren schlagen möchten. Funktioniert das?

Das Fazit gleich vorweg:

Total friedliche, entspannte Atmosphäre - ist die Bilanz vieler Besucher. Kinder ab Grundschulalter können den Festival-Platz nach zwei, drei Tagen gut auch auf eigene Faust erobern.

Was ist anders am "A Summer's Tale"?

"A Summer's Tale" bietet einen Komfort, den man bislang höchstens von Feriencampingplätzen kannte, nicht aber von einem Festivalzeltplatz: Es gibt heiße Duschen und Toiletten mit Wasserspülung. Es liegen keine Zigarettenkippen rum und Müll sowieso nicht, Glas jeder Art ist komplett verboten. Zudem ist das gesamte Gelände mit einer Dränage versehen und damit auch nach zwölf Stunden Dauerregen immer noch nicht schlammig. 

Lagerfeuerstimmung auf dem "A Summer's Tale" bei Lüneburg. (A Summer's Tale / Robin Schmiedebach)Man kann, muss sich die Nacht aber nicht um die Ohren schlagen. (A Summer's Tale / Robin Schmiedebach)

Die Veranstalter schaffen es, dem Festival ein regionales Flair zu verpassen: Fast alle Imbissstände bieten Essen und Produkte aus dem Raum Lüneburg, Naturkosmetik und Demeterbäcker liefern aus der Umgebung, sogar das Festivalbier stammt aus der Region.

Was ist auf dem Festival zu hören?

Das Festival hat ein Musik- und Freizeitprogramm zu bieten, das familienfreundlich aussieht: Also keine ohrenbetäubenden Metallrocker auf der Bühne, sondern etablierte Popbands und Singer und Songwriter. Im Line-up standen dieses Jahr Bands wie Sigur Rós, José Gonzales, Billy Bragg und Parov Stelar. Dafür steht ein Kinderzelt mit Gemeinschaftsspielen auf dem Gelände und Zirkusschüler üben mit Kindern und Erwachsenen Jonglieren und Slacklinen. Dazu gibt es jeden Tag Lesungen und Theater, Yoga, Akropbatik, Teezeremonien und Kräuterwanderungen.

Akrobaten auf dem "A Summer's Tale"-Festival bei Lüneburg, 2016. (A Summer's Tale / Ilona Henne)Sixpack-Bauch statt Sixpack-Bier: auf dem "A Summer's Festival" geht's gesund und sportlich zu. (A Summer's Tale / Ilona Henne)

Ist das Festival nur etwas für Familien?

Nein, nur 20 Prozent aller verkaufter Tickets gingen an Familien. Und das Festival möchte auch gar nicht ausschließlich Familien ansprechen. Die Zielgruppe sind Menschen zwischen Mitte 30 und Mitte 40, die sich für Essen und Kultur interessieren und aus dem Alter raus sind, in dem man die sich die ganze Nacht um die Ohren schlägt. Auf Konzerte gehen sie immer noch gern, aber danach soll es dann bitte der vegane Burger aus der Region sein. Und diese Zielgruppe ist eben oft auch mit Kindern unterwegs.

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