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Montag, 11.12.2017

Vollbild | Beitrag vom 12.08.2017

70. Filmfest von LocarnoDie Leoparden-Jagd ist beendet

Moderation: Patrick Wellinski

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Begehrte Trophäe: der "Goldene Leopard", der auf dem Filmfest Locarno vergeben wird. (KEYSTONE / EPA/MARTIAL TREZZINI / dpa)
Begehrte Trophäe: der "Goldene Leopard", der auf dem Filmfest Locarno vergeben wird. (KEYSTONE / EPA/MARTIAL TREZZINI / dpa)

Heute gehen die 70. Filmfestspiele von Locarno zu Ende. Den Goldenen Leoparden bekam überraschend die Dokumentation "Mrs Fang" des chinesischen Regisseurs Wang Bing. Unser Filmmagazin Vollbild analysiert in einer Sonderausgabe das Festival und die Gewinner.

Den Hauptpreis des 70. Internationalen Filmfestivals Locarno, den Goldenen Leoparden, hat die Jury überraschend an die Dokumentation "Mrs. Fang" des chinesischen Regisseurs Wang Bing vergeben. Das gab die Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Olivier Assayas am Samstag bekannt. Der Film, der das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau beobachtet, wurde von deutschen, französischen und chinesischen Produzenten finanziert.

Als beste Schauspieler wurden die Französin Isabelle Huppert als zickige Lehrerin in "Madame Hyde" (Frankreich/Belgien) und der Däne Elliott Crosset Hove als gewalttätiger Arbeiter in "Winterbrüder" (Dänemark/Island) ausgezeichnet. Der Preis für den besten Regisseur ging an den Franzosen F.J. Ossang für "9 Finger". Sein surrealer Spielfilm überzeugt sowohl als Parabel auf die bürgerliche Gesellschaft als auch als rätselhafter Thriller.

Am Abend vergeben die Zuschauer noch den begehrten Publikumspreis für einen Film aus dem Piazza-Programm. Die deutschen Beiträge "Iceman" ("Der Mann aus dem Eis") und "Drei Zinnen" gehören zu den Kandidaten. 


Unser Filmmagazin "Vollbild" vom Festival in Locarno

Ein Träumer – Todd Haynes bekommt den Ehrenpreis

Der amerikanische Regisseur Todd Haynes ist berühmt für seine präzisen Milieustudien. Mit Spielfilmen wie "Carol" oder "I‘m not there" schafft er ganz eigene Welten voller Leidenschaft und Sehnsucht. Anfang der 90er-Jahre gelang ihm der Durchbruch mit seiner Jean-Genet-Verfilmung "Poison". Damit lief er damals auch in Locarno im Wettbewerb. Nun kehrt er erstmals zurück und präsentierte seinen neusten Film "Wonderstruck". Im Interview erzählt er von der Suche nach gehörlosen Darstellern und seiner Liebe für die große Leinwand.

Der Mann, der aus dem Eis kam

Kaum zu glauben, dass es noch keinen Spielfilm über den Urzeit-Menschen Ötzi gab. Das der Regisseur Felix Randau nun geändert und mit "Der Mann, der aus dem Eis kam" seine Rekonstruktion der Todesursache von Ötzi in große Kinobilder gefasst. Im Interview erzählt er, warum er unbedingt auf Dialoge in der fiktiven Sprache Ur-Rätisch bestand und wieso Jürgen Vogel der perfekte Ötzi-Darsteller ist.

Der Meister subtilen Horrors

Es war zweifelsohne das ganz große Highlight der diesjährigen Festival-Ausgabe in Locarno: Die Jacques Tourneur Retrospektive. Tourneur gilt als wegeweisender Autorenfilmer Hollywoods, der das Horror- und Film Noir Genre mit Meilensteinen wie "I Walked with a Zombie", "Cat People" oder "Out oft he Past" maßgeblich geprägt hat. Filmkritiker u.a. von "FAZ", dem "Standard" und der "NZZ" haben uns verraten, welche weiteren Entdeckungen im Werk Tourneurs sie in Locarno gemacht haben.

Die Gewinner stehen fest

Der französische Regisseur Olivier Assayas war dieses Jahr der Jurypräsident in Locarno und hat gemeinsam mit seinen Jurykollegen den Goldenen Leoparden zum 70. Mal verliehen. Wir analysieren die Preisträger und klären, wie stark der diesjährige Festivaljahrgang war.

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