Seit 00:05 Uhr Lange Nacht
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht
 
 

Konzert / Archiv | Beitrag vom 23.05.2017

384. WartburgkonzertDoppelte Verbeugung

Aufzeichnung aus dem Palas der Wartburg

(Johann-Sebastian-Bach-Stiftung St. Gallen)
Orchester der Johann-Sebastian-Bach-Stiftung St. Gallen (Johann-Sebastian-Bach-Stiftung St. Gallen)

„Luther und die Deutschen“ ist das Thema der Festausstellung zum Reformationsjubiläum auf der Wartburg – doch die Musik dazu kam aus dem schweizerischen St. Gallen: Rudolf Lutz präsentierte zwei Tage nach der Eröffnung seine Luther-Kantate.

Dabei hat sich der Ensembleleiter und Komponist in diesem Auftragswerk für Deutschlandfunk Kultur nicht nur auf den Reformator selbst, sondern auch auf den berühmtesten Sohn Eisenachs, Johann Sebastian Bach, bezogen. Wäre es doch durchaus vorstellbar gewesen, dass Bach – wie er es später ähnlich in Leipzig tat – zum 200. Reformationsjubiläum 1717 eine eigene Festkantate für den protestantischen Weimarer Hof beigesteuert hätte; nur war der widersetzliche Künstler damals schon auf dem Absprung gen Köthen und musste just die entscheidenden Wochen im Arrest verbringen…

Ein Gedankenspiel also mit ernsthaftem Hintergrund, aber auch kleinen ironischen Volten für den Kenner der näheren Umstände; wozu dann auch passt, dass sich Lutz der Dramaturgie und des Formenapparates der überlieferten Bach-Festkantaten bedient, ohne eine sklavische Kopie zu liefern. (Mit-)Librettist, Komponist, Dirigent: wenn, wie in diesem Falle, alles in einer Hand ist, sind zumindest alle Voraussetzungen für optimale Authentizität gegeben. Hinsichtlich von Bachs eigenen Klängen, die mit zwei Konzerten und einer der "echten" Reformationskantaten zur Neukomposition hinführen, steht diese Authentizität ohnehin außer Frage: die in St. Gallen versammelten Musiker haben sich über Jahre hin ganz auf die Werke des Thomaskantors konzentriert und gelten als eines der aktuell anregendsten Ensembles der historisch orientierten Aufführungspraxis.

Das Abendprogramm zum Nachlesen

384. Wartburgkonzert vom 6. Mai 2017

Werke von Johann Sebastian Bach und Rudolf Lutz

Miriam Feuersinger, Sopran

Markus Forster, Alt

Daniel Johannsen, Tenor

Mattias Helm, Bass

Plamena Nikitassova, Violine

Andreas Helm, Oboe d'amore

Orchester der J.S.Bach- Stiftung St. Gallen

Leitung: Rudolf Lutz

Konzert

Musikfest BerlinMonteverdi im Fokus
Bernardo Strozzi Claudio Monteverdi, um 1630 Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Kunstgeschichtliche Sammlungen, Inv.Nr. Gem 503 Copyright: Tiroler Landesmuseen   honorarfrei im Rahmen der aktuellen Berichterstattung bei Angabe des Fotonachweises (Tiroler Landesmuseeun) zur Verfügung. (©Tiroler Landesmuseen )

Claudio Monteverdi, vor 450 Jahren geboren, hat vor allem der menschlichen Stimme völlig neue Ausdrucksmöglichkeiten erschlossen und steht damit am Beginn der modernen Musikentwicklung. An diesem Abend wird er von vielen Seiten beleuchtet.Mehr

Raritäten der KlaviermusikReizvolle Seitensteige
Undatierte Aufnahme der französischen Chansonsängerin Edith Piaf (1915-1963) (dpa / picture alliance)

Es dürften zehntausende Stunden sein, die seit der Entwicklung der Tasteninstrumente für Klavier komponiert worden sind – aber das wenigste davon ist ständig im Repertoire. Beim Sommerfestival in Husum hält man es aus Prinzip anders.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur