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Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Montag, 30. Oktober 2017

20 Jahre Casa di Goethe

Grütters: Lebendiger Treffpunkt des deutsch-italienischen Kulturaustauschs

Die Casa di Goethe in Rom feiert heute mit einem Festakt und einer Vernissage ihr 20jähriges Bestehen. Das einzige Museum Deutschlands im Ausland widmet sich dem literarischen Schaffen Johann Wolfgang Goethes und seiner epochemachenden Italienreise. Gefördert wird es durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters gratulierte dem Museum zum Jubiläum und erklärte, die Casa di Goethe habe sich seit vielen Jahren als lebendiger und wichtiger Treffpunkt des kulturellen Austausches zwischen Italien und Deutschland etabliert. Aus Anlass des 20jährigen Bestehens zeigt die Casa di Goethe vom 31. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018 die Ausstellung "Collezionare al Corso. Zeichnungen, Graphik und Skizzenbücher der Casa die Goethe". Vom Palazzo an der Via del Corso 18 aus, in dem heute das Goethehaus untergebracht ist, entdeckte der Dichter in den Jahren 1786 bis 1788 Rom. Seine "Italienische Reise" begründete für lange Zeit die Italiensehnsucht vieler Deutscher.

Prince-Erben wollen Nachlassvollstrecker loswerden

Es seien Bänder mit unveröffentlichter Musik abtransportiert worden

Drei Erben des verstorbenen Popstars Prince haben die Ablösung seines Nachlassvollstreckers verlangt. Princes Halbschwestern Sharon und Norrine Nelson und ihr Bruder John beantragten bei Gericht die Comerica Bank & Trust von ihren Aufgaben zu entbinden. Das Unternehmen habe Dinge aus dem Tresor von Princes Studiokomplex in Paisley Park entfernt und nach Kalifornien gebracht, hieß es in dem Antrag. Darunter seien Bänder mit bislang unveröffentlichter Musik. Die Erben werfen Comercia vor, sie nicht um Erlaubnis für den Abtransport gefragt zu haben. Das Unternehmen erklärte dagegen, es habe mit den Erben über den Schritt gesprochen. Prince war im April vergangenen Jahres in Paisley Park an einer versehentlich eingenommenen Überdosis Schmerzmittel gestorben und hat kein Testament hinterlassen. Ein Richter erklärte sechs überlebende Geschwister zu seinen Erben. Diese sind allerdings in zwei Gruppen gespalten.

Debatte um Kevin Spaceys Coming-out

Zeitpunkt nach Belästigungsvorwurf sorgt für Kritik

US-Schauspieler Kevin Spacey ("House of Cards") hat Übergriffsvorwürfe eines jüngeren Kollegen zum Anlass genommen, sich als schwul zu outen. "Ich habe mein ganzes Leben über Männer geliebt und romantische Begegnungen mit ihnen gehabt, und jetzt entscheide ich mich dafür, als schwuler Mann zu leben", schrieb der Oscarpreisträger auf Twitter. Spacey setzte sein Coming-out in direkten Zusammenhang mit einer Entschuldigung an Schauspielerkollegen Anthony Rapp. Der 46-Jährige ("A Beautiful Mind") hatte den älteren Branchenkollegen eines sexuellen Übergriffs beschuldigt. Er selbst sei bei den Vorgängen 14 Jahre alt gewesen, Spacey schon 26. Die Äußerungen des Oscarpreisträgers stießen zunächst vor allem auf Kritik. "Es interessiert mich nicht, ob Kevin Spacey schwul ist. Es interessiert mich eher, warum wir sexuelle Orientierung mit der Belästigung eines Minderjährigen zusammenführen. Bleibt beim Thema", schrieb etwa die Autorin und Aktivistin Ashlee Marie Preston auf Twitter.

Stiftung: Kein ICE mit Namen "Anne Frank"

Anne Frank und Zug führe zu Assoziationen mit Deportationen

Die Anne Frank-Stiftung in Amsterdam hat Bedenken dagegen, einen deutschen ICE-Zug nach der von den Nazis ermordeten Anne Frank zu benennen. "Die Namensgebung führt zu Kontroversen, und das verstehen wir gut", heißt es in einer Erklärung der Stiftung. Die Verbindung von Anne Frank und einem Zug führe zu Assoziationen mit den Juden-Deportationen während des Zweiten Weltkriegs. "Diese Verbindung ist schmerzlich für Menschen, die die Deportationen miterlebt haben und verursacht neuen Schmerz bei jenen, die mit den Folgen der Deportationen leben müssen", erklärte die Stiftung: "Aber wir realisieren auch, dass Initiativen wie diese meist mit guten Absichten geschehen."

DOK Leipzig eröffnet

Bildsprache des Kommunismus steht im Fokus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat das 60. Filmfestival DOK Leipzig eröffnet. Sie würdigte dabei den Mut und die politische Haltung von Dokumentarfilmern. Mit seiner tiefen Recherche, seiner Erzählkunst und seinen atmosphärisch starken Bildern sei der Dokumentarfilm in Zeiten digitaler Informationsfluten wichtiger denn je, betonte die CDU-Politikerin. Bis zum Sonntag werden in Leipzig 340 Filme aus 57 Ländern gezeigt. Eröffnet wird das Festival mit dem Film "Betrug" des Münchner Regisseurs David Spaeth über einen Hochstapler aus Halle an der Saale. Einen besonderen Fokus legt das Festival auf die Bildsprache des Kommunismus. Thematisiert werden etwa die russische Oktoberrevolution vor 100 Jahren oder der Vergleich der Propaganda Lenins mit derjenigen von US-Präsident Donald Trump.

Auschwitz-Prozessakten jetzt Weltdokumentenerbe

Auch die "Constitutio Antoniniana" wurde aufgenommen

Die Verfahrensunterlagen und Tonbandaufnahmen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses sind von der Unesco in das Weltdokumentenerbe aufgenommen worden. Das teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit. Sie erinnerte daran, dass der von 1963 bis 1965 geführte Prozess den millionenfachen Mord an Juden, Minderheiten, politischen Gegnern und Angehörigen der Völker Europas während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland erstmals in seinem gesamten Umfang in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt habe. Laut Unesco setzen sich die Prozessunterlagen aus 454 Aktenbänden sowie 103 Tonbändern zusammen. Ebenfalls in das Weltdokumentenerbe nahm die Unesco das in der Universitätsbibliothek in Gießen aufbewahrte Papyrusdokument "Constitutio Antoniniana" auf. Es ist den Angaben zufolge das einzige erhaltene Exemplar dieser Constitutio, mit der Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus um 212/213 nach Christus sämtlichen freien Bewohnern des Römischen Reichs das römische Bürgerrecht verlieh.

50 000 Euro für Künstler-Ateliers

Brandenburg will Künstlern Räume zum Entfalten bieten

Brandenburg stellt im kommenden Jahr rund 50 000 Euro für Künstler-Ateliers bereit. Anträge könnten bis zum 6. November gestellt werden, teilte das Kulturministerium mit. Die Atelier-Miete wird für ein Jahr bis zu 250 Euro monatlich gewährt. Für den Atelier-Ausbau können bis zu 5000 Euro beantragt werden. Kunst und Künstler benötigten Räume, um sich entfalten zu können, betonte Kulturministerin Martina Münch. Die Atelier-Förderung soll dabei helfen, sich freier von Alltagszwängen auf neue künstlerische Projekte zu konzentrieren. Das Programm ist für Bildende Künstler gedacht, die ihren Wohnsitz oder den Schwerpunkt ihres Schaffens in Brandenburg haben.

Herta Müller Ziel wütender Kommentare

Die Schriftstellerin hatte den serbischen Nationalismus kritisiert

Die in Berlin lebende Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist nach ihrer Kritik am serbischen Nationalismus Ziel wütender Kommentare geworden. Sie solle sich erst einmal in den entsprechenden Büchern über die Kriege beim Auseinanderfallen Jugoslawiens informieren, bevor sie einseitig den Serben die Schuld zuschiebe, verlangte selbst in der liberalen Belgrader Zeitung "Danas" die Übersetzerin Milica Spadijer. Müller hatte im Rahmen der Belgrader Buchmesse die Serben beschuldigt, als Aggressor in den Kriegen der 90er Jahre für millionenfaches Leid und Elend verantwortlich zu sein. In den Tagen zuvor waren serbische Medien mit Müller hart ins Gericht gegangen.

"Echo Klassik" in der Elbphilharmonie verliehen

Tenor Jonas Kaufmann erhielt den Preis bereits zum achten Mal

Der deutsche Tenor Jonas Kaufmann, der britische Geiger Daniel Hope und die US-Mezzosopranistin Joyce DiDonato haben am Sonntagabend die Hauptpreise beim "Echo Klassik" erhalten. Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano, der als "Dirigent des Jahres" geehrt wurde, leitete das Philharmonische Staatsorchester Hamburg und eröffnete die Gala mit dem "Ungarischen Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms. Moderiert wurde die Gala von Thomas Gottschalk. Kaufmann, der in der Kategorie "Bestseller des Jahres" für sein Album "Dolce Vita" geehrt wurde, erhielt den Preis bereits zum achten Mal. DiDonato wude als beste Sängerin geehrt. Die Ehrung "Sänger des Jahres" ging an den deutschen Bariton Matthias Goerne. Die Sopranistin Aida Garifullina aus Russland wurde in der Kategorie "Solistische Einspielung" geehrt. Die Auszeichnung als beste Nachwuchskünstlerin ging an Pretty Yende aus Südafrika. Als Instrumentalisten wurden der italienische Pianist Maurizio Pollini, die lettische Akkordeonistin Ksenija Sidorova und der französische Pianist Lucas Debargue ausgezeichnet. Die Sängerin, Regisseurin, Autorin und Pädagogin Brigitte Fassbaender erhielt einen "Echo Klassik" für ihr Lebenswerk.

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